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Krolow, Karl

Schriftsteller
* 11.03.1915 Hannover
† 21.06.1999 Darmstadt
Nach dem Studium in Hannover und Breslau – Germanistik, Romanistik, Philosophie und Kunstgeschichte – arbeitete Karl Krolow seit 1942 als freier Autor und zog 1956 nach DA. Er war einer der bedeutendsten Lyriker nach 1945 und hat stilbildend gewirkt, z. B. durch seine Übersetzungen der modernen spanischen und französischen Lyrik. Krolow beherrschte eine Palette von Tönen und Zwischentönen, Lakonie und Ironie, Understatements und leisem Spott, hingeworfen und formbewusst. Er schrieb Kritiken für viele große Feuilletons und Essays über Lyrik. Hugo Friedrich nannte seine Texte eine „unverwechselbare dichterische Diagnose der modernen Seele“. Seine Gedichtbände sind zahlreich, eine Gesamtausgabe in vier Bänden erschien 1997. Außerdem veröffentlichte er mehrere Prosawerke, z. B. die Erzählungen „Das andere Leben“ (1979) und „Im Gehen“ (1981). Krolow erhielt 1956 den Georg-Büchner-Preis und 1958 das Unesco Stipendium für Paris, war Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und 1972 deren Präsident, ebenso Mitglied der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. Seit 1960/61 war Krolow Gastdozent für Poetik an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt/Main. 1965 erhielt er den großen Niedersächsischen Kunstpreis, 1975 den Rainer-Maria-Rilke-Preis und das Bundesverdienstkreuz, 1983 den Hessischen Kulturpreis. Die TH Darmstadt verlieh ihm 1976 den Dr. h.c. Seine Gedichte wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. In DA war Krolow stets präsent, hat Texte für und über die Stadt geschrieben, in Gremien wie dem Buch des Monats und dem Literarischen März (Leonce-und-Lena-Preis) gewirkt und mehrere städtische Ehrungen erhalten: Johann-Heinrich-Merck-Ehrung (1990), Silberne Verdienstplakette (1975). Seine Grabstätte befindet sich im Familiengrab seiner Heimatstadt Hannover. In DA ist der Krolow-Weg auf der Rosenhöhe nach ihm benannt.

Lit.: Über Karl Krolow, hrsg. von Walter Helmut Fritz, Frankfurt/Main 1972; Arnold, Heinz Ludwig (Hrsg.): Karl Krolow (Text † Kritik, 77), München 1983.