Stadtlexikon Darmstadt

Logo Darmstadt
Fasanerie
Forsthaus Fasanerie, 1896, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Seit Landgraf Georg I. wurden die Fasane mit gestutzten Flügeln in Volieren gehalten. Das änderte sich zu Beginn des 18. Jahrhunderts, als Landgraf Ernst Ludwig beschloss, die Fasanen nach französischem Vorbild frei lebend zu züchten und auch zu jagen. Er ließ eine „wilde“ Fasanerie errichten, indem er ein großes Areal mit einer hohen Bruchsteinmauer umschloss (Gichtmauer) und darin ein rechtwinkliges Schneisensystem anlegte. Die Fasane wurden in der gesamten Hege „wild“ gehalten und bejagt. Die Gefahr, dass die Fasane über die Mauer flogen, war gering, da die Tiere durch einen besonderen Rauch, der regelmäßig erzeugt wurde, und durch Fütterungen zusammengehalten wurden. Um 1715 entstanden die Toranlage mit den Hirschköpfen, das benachbarte Falltorhaus sowie das ehemalige Forsthaus Fasanerie, das Sitz des Fasanenmeisters war. 1840 wurde auf dem zentralen Rondell das von Georg Moller entworfene Hartig-Denkmal aufgestellt, das an den preußischen Oberlandforstmeister Georg Ludwig Hartig erinnert. Ab 1987 wurden in der Fasanerie das ursprüngliche Wegenetz, der Wald und die Mauer so wiederhergestellt, dass das alte Erscheinungsbild erlebbar wird. Außerdem wurden die Hirschköpfe und das Forsthaus renoviert und die Revierförsterei wieder in das Forsthaus gelegt.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 676; Andres, Wilhelm: Aus Darmstadts Waldvergangenheit. Mit einem Ausblick von Arnulf Rosenstock, Darmstadt 1988, S. 105-108, 132-135.