Stadtlexikon Darmstadt

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Darmstadt, Ortsname
Ersterwähnung des Namens „darmundestat“ (farblich hervorgehoben) in einer Handschrift des 11. Jahrhunderts, Stadtarchiv Darmstadt

Die erste Erwähnung findet sich in einer Handschrift des späten 11. Jahrhunderts, heute in der Stadtbibliothek Mainz aufbewahrt: „Sigeboto comes V sol. Darmundestat“, zu deutsch: „Graf Sigebod gab fünf Schillinge zu Darmstadt“. Die zweite Erwähnung im Jahr 1211 lautet „darmenstat“. Die Erklärung des Namens ist nicht sicher. „Wohnstätte des Darmund oder Darimund“ liegt aufgrund des häufigen Vorkommens der Endung -heim oder -stat in Verbindung mit einem Personennamen nahe. Es handelte sich vermutlich um einen Wildhübner, der einen bestimmten Bezirk des ausgedehnten Reichsforstes Dreieich zu überwachen hatte. Sprachlich zu vergleichen ist die Namensentwicklung des heute nicht mehr vorhandenen Ortes Hermsheim (auf dem Stadtgebiet von Mannheim), der im Jahr 776 als „Hermundesheim“ also „Heimstatt des Hermund“ bezeichnet wird. Eine ältere Erklärung wollte „Darm“ von indogermanisch „taram = starkes Wasser, reicher Bach“ ableiten und den Namen als „Siedlung am Bach Taram“ deuten. Allerdings wird der durch DA fließende Bach erst seit dem 18. Jahrhundert Darmbach genannt. Vorher heißt er nur „die Bach“. Abzulehnen ist die vom früheren OB Heinz Winfried Sabais aufgestellte Theorie, nach der „dar-munde-stat“ „Siedlung am befestigten Durchgang“ bedeute, eine sprachwissenschaftliche Konstruktion, die der sprachlichen Wirklichkeit des Frühmittelalters nicht gerecht wird.