Stadtlexikon Darmstadt

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Weinberger, Wilhelm

Ev. Theologe, Kirchenmann
* 01.05.1899 Lardenbach/Oberhessen
† 26.08.1963 Gießen
Dem Pfarrhaus in Lardenbach entstammend besuchte Wilhelm Weinberger die dortige Volksschule (1905-10) sowie das Gymnasium in Laubach/Oberhessen (1910-17) und studierte in Gießen (1917-22) Theologie,
wo er auch der christlichen Studentenverbindung „Wingolf“ beitrat. Nach den beiden Theologischen Examina wurde er am 14.10.1923 in Jugenheim/Bergstraße ordiniert. Die weiteren Stationen seines Pfarrdiensts waren Offenbach (1924/25), die Martins- und die Petrusgemeinde in DA (1925/26), die Stadtkirche Friedberg (1926-34) und die Johannesgemeinde in DA (1934-50). Im Dezember 1927 heiratete er Marianne Wolffhardt aus Würzburg. Als Mitglied der Bekennenden Kirche (BK) war er zusammen mit Ludwig Metzger und Johannes Stoll in DA eine treibende Kraft im Kirchenkampf. Nach dem Krieg führend am Wiederaufbau der hessischen Kirche beteiligt wurde er 1950 von der Kirchensynode der Ev. Kirche in Hessen und Nassau als Propst für den Visitationsbezirk Oberhessen in das Leitende Geistliche Amt gewählt (1956 und 1962 Wiederwahl). Im April 1963 erkrankte er schwer. In Gießen verstorben wurde er auf dem Darmstädter Waldfriedhof beigesetzt. Weinberger war ein volkstümlicher, allseits beliebter und geachteter, für die hessen-darmstädtische volkskirchlich-seelsorgerlich ausgerichtete BK repräsentativer Kirchenmann, der die Menschen seiner Heimat, ihre Mundart und ihre treffsichere Ausdrucksweise liebte.

Lit.: Un alleweil enoff! Oberhessische Aussprüche und Begebenheiten, erzählt von Wilhelm Weinberger, hrsg. von Helmut Grün und Helmut Weinberger mit Illustrationen von Karl Zöllner, Ulrichsteiner Bücherei Bd. 40, Ulrichstein 1988; Dienst, Karl: Darmstadt und die evangelische Kirchengeschichte in Hessen, Darmstadt 2007, S. 19, 529-534; Ders.: Gießen – Oberhessen – Hessen. Beiträge zur evangelischen Kirchengeschichte, Darmstadt/Kassel 2010 (Reg.).