Stadtlexikon Darmstadt

Logo Darmstadt
Weber, Gottfried

Jurist, Musiktheoretiker, Komponist
* 01.03.1779 Freinsheim/Pfalz
† 21.09.1839 Bad Kreuznach
Als Spross einer Familie von Beamten und Advokaten war Gottfried Webers Lebensweg als Jurist vorgezeichnet. Nach Abschluss seiner Studien wurde er 1802 Advokat am Oberhofgericht in Mannheim, 1814 wechselte er als Richter nach Mainz und 1818 als Hofgerichtsrat nach DA, wo er 1832 zum Generalstaatsprokurator am Cassationsgericht aufstieg. Seinen überragenden juristischen Fähigkeiten standen seine Begabungen auf musikalischem Gebiet kaum nach. Angeregt durch das Musizieren im häuslichen Kreis, wandte er sich nicht nur der praktischen Musik (Klavier, Violoncello) zu, sondern auch dem Studium der Komposition. Seine „Theorie der Tonsetzkunst“ (1817-21) war das Ergebnis intensiver Beschäftigung mit musikalischen Fragen und bildete die Grundlage für seine eigenen Kompositionen. Um 1810 trat er mit Carl Maria von Weber in Verbindung, aber auch mit Abbé Georg Joseph Vogler und dessen Schülern Giacomo Meyerbeer und Johann Baptist Gänsbacher. Er zählte zu den Mitbegründern des Darmstädter „Musikvereins für Dilettanten“ (Musikverein) und pflegte Kontakte zu den angesehensten Kreisen der Residenzstadt. 1827 gründete er die Zeitschrift „Caecilia“, für die er selbst zahlreiche Beiträge schrieb. Vielerlei Ehrungen würdigten seine Leistungen als Jurist ebenso wie die als Komponist und Musikgelehrter. Er verstarb 60-jährig während eines Besuchs in Bad Kreuznach, wo er auch bestattet wurde. Neben kleineren Werken schrieb er ein Requiem (um 1816) und zwei Messen (um 1817/18). Wissenschaftlich beschäftigte er sich mit Mozarts Requiem (1825/27) und mit chronometrischen Tempobezeichnungen (1817). Auch gab er eine Allgemeine Musiklehre (1822) und eine Generalbasslehre (1833) zum Selbstunterricht heraus.

Lit.: Lemke, Arno: Jacob Gottfried Weber. Leben und Werk. Beiträge zur mittelrheinischen Musikgeschichte Nr. 9, Mainz 1968; Heyter-Rauland, Christine (Hrsg.): Studien zu Gottfried Webers Wirken und zu seiner Musikanschauung. Beiträge zur mittelrheinischen Musikgeschichte Nr. 30, Mainz 1993.