Stadtlexikon Darmstadt

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Wagner, Heinrich
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Architekt
* 05.10.1834 Stuttgart
† 19.03.1897 Darmstadt
Das Studium der Architektur absolvierte Heinrich Wagner am Polytechnikum Stuttgart und an der École des Beaux Arts in Paris. Anschließend arbeitete er in Londoner Bauateliers und ab 1861 als Lehrer für Architektur am Polytechnikum Stuttgart. 1869 wurde er als o. Professor für Baukunde an die Polytechnische Schule in DA, die nachmalige TH Darmstadt, berufen. Wagner war mehrfach Vorstand der Bauschule bzw. der Abteilung für Architektur und 1879 bis 1881 Rektor der TH Darmstadt. Als Ergebnis der Aufschwungsphase der TH Darmstadt ab 1882 und der 1890 getroffenen Entscheidung zum Neubau am Herrngarten (Technische Universität, alte Gebäude) wurde 1890/91 eine besondere Baubehörde durch das Großherzogliche Ministerium eingerichtet, deren Vorstand der 1886 zum Geheimen Baurat ernannte Wagner (Entwurf und Ausführung des Hauptgebäudes) und sein Kollege Erwin Marx (Institutsgebäude) angehörten. Wagners „klare, übersichtliche Darmstädter Anlage mit ihren lichten, geräumigen Fluren“ (Max Guther), heute als „Altes Hauptgebäude“ bezeichnet, bildet noch immer das Zentrum des Universitätsquartiers an der Hochschulstraße. Wagner realisierte u.a. in Stuttgart die englische Kirche St. Katharina (1864/65) und das Haus der Museumsgesellschaft (mit C. Walter, 1873-76), in DA neben Privathäusern auch die beiden Seitenflügel des Mausoleums (1869/70). Zahlreiche Ehrenämter wie die Mitgliedschaft in den Kunsträten zur Wiederherstellung der Stadtkirche Friedberg, des Wormser Doms und der Schlösser in Heidelberg und Mainz sowie die Mitgliedschaft in der Kommission zur Herausgabe der Kunstdenkmäler des Großherzogtums Hessen zeugten von Wagners hohem Ansehen in der Fachwelt, der er auch durch seine Beiträge zum Deutschen Bauhandbuch und als Mitherausgeber des Handbuchs der Architektur bekannt war. 1875 wurde ihm das Ritterkreuz I. Klasse des
Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen, 1895 das Ritterkreuz I. Klasse des Ludwigsordens. Die Universität Gießen verlieh ihm 1894 die Würde eines Dr. h. c. Heinrich Wagner wurde auf dem Alten Friedhof in DA beigesetzt.

Lit.: Die neuen Gebäude der Grossherzoglichen Technischen Hochschule zu Darmstadt. Festschrift, Darmstadt 1895; Allgemeine Deutsche Biographie. Hrsg. durch die historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften, Bd. 44, (1898), S. 437-439.