Stadtlexikon Darmstadt

Logo Darmstadt
Vereinigung von Freunden der Technischen Universität zu Darmstadt e. V. - Ernst-Ludwigs-Hochschulgesellschaft

Zur Gründungsversammlung im Juni 1918, kurz vor dem Ende des Ersten Weltkriegs, kam eine respektable Gesellschaft von Rang und Namen zusammen. Allen voran Großherzog Ernst Ludwig, der sich nicht nur für die schönen Künste und die Wirtschaftsförderung im Großherzogtum Hessen und insbesondere in DA stark machte, sondern auch wissenschaftliche Ambitionen hatte. Auf seine Anweisung hin führte die Vereinigung fortan den Namen „Ernst-Ludwigs-Hochschulgesellschaft“. Diesen Namenszusatz trägt die Fördergesellschaft bis heute.

Mitgliedskarte von Maximilian von Heyl, einem der Gründerväter der Vereinigung, ohne Datum (1918), Stadtarchiv Worms.

Zu den Mitgliedern der ersten Stunde zählten auch Vertreter der Darmstädter Industrie. Vor allem sind hier die chemischen Werke E. Merck und Röhm sowie die Maschinenfabriken Goebel und Schenck zu nennen. Besondere Beachtung verdient der Maschinenbauer Otto Berndt, der nicht nur ein angesehener Wissenschaftler war, sondern auch ein erfolgreicher Organisator und Manager. Als erster Vorsitzender der Vereinigung setzte er sich mit Nachdruck für die wissenschaftliche Entwicklung der TH ein und nutzte seine Kontakte in die Industrie. Berndt ließ als Bittsteller für seine Vorhaben kein Pardon gelten. Weitere einflussreiche Vorsitzende wie die Darmstädter Unternehmer Wilhelm Köhler oder Kurt Werner sind zu erwähnen. Bis zum Zweiten Weltkrieg leiteten TH-Professoren die Geschicke des Vereins. Danach sind es bis heute gut vernetzte Repräsentanten angesehener Unternehmen der Stadt oder der Region.

Jahresversammlung der Freunde in den 1950er-Jahren im Hörsaal des Eduard-Zintl-Instituts (heute Robert-Piloty-Gebäude), Foto: Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule zu Darmstadt e.V., Universitätsarchiv Darmstadt.

Standen in den ersten Jahren der Vereinigung Neu- und Ausbau von Instituten ganz oben auf der Förderliste, so fokussierten sich die Freunde später als Hauptaufgabe immer mehr auf die Unterstützung von Forschung und Lehre. Politisch und wirtschaftlich turbulente Zeiten waren in den 100 Jahren an der Tagesordnung. Trotz der verheerenden Folgen von zwei Weltkriegen und einer Neuformierung Ende 1948 traten die TU-Freunde immer rasch in Aktion. Bis in die 1960er-Jahre hinein waren die Jahrestagungen ein gesellschaftliches Ereignis. Über hochschulpolitische Reformen, strukturelle Veränderungen der Hochschule sowie wechselnde Rektoren und Präsidenten hinweg fördert die Vereinigung bis heute Forschung und Lehre an der Universität. Sie ist damit ihrem in der ersten Satzung formulierten Ziel im Wesentlichen treu geblieben. Die Vereinigung von Freunden der Technischen Universität zu Darmstadt e.V. gehört im Jubiläumsjahr 2018 mit rund 2.500 Mitgliedern und etwa 100 Mitgliedsfirmen zu den mitgliederstärksten Fördergesellschaften der deutschen Hochschullandschaft. Nur wenige können auf eine so lange Tradition zurückblicken.

Lit.: 75 Jahre Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule zu Darmstadt e.V., Ernst-Ludwigs-Hochschulgesellschaft, Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule zu Darmstadt e.V. (Hg.), Darmstadt 1993; Bericht über die ersten sieben Vereinsjahre, Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule zu Darmstadt e.V. (Hg.), Schriften der hessischen Hochschulen, TH Darmstadt, Jg. 1925, H. 4; Festschrift. 100 Jahre Vereinigung von Freunden der Technischen Universität zu Darmstadt e.V. 1918-2018. Mit einem Beitrag zur Geschichte der Vereinigung von Brigitte Kuntzsch, Vereinigung von Freunden der Technischen Universität zu Darmstadt e.V. (Hg.), Darmstadt 2018; Krebs, Theodor: Aus 50 Jahren der Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule zu Darmstadt e.V., Ernst-Ludwigs-Hochschulgesellschaft, o. O. und Jg. (Darmstadt 1968).