Stadtlexikon Darmstadt

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Rüthlein, Heinrich

Heimatdichter
* 26.09.1886 Darmstadt
† 03.07.1949 Darmstadt
Der Sohn eines Lokomotivführers absolvierte eine Lehre, wurde Bürovorstand und schließlich Stadtamtmann. Schon in der Schule interessierte er sich für Mundartdichtung, insbesondere für Ernst Elias Niebergall – sein Vorbild für eigene Lustspiele, Erzählungen und Gedichte in Darmstädter Mundart. 1907 erschien sein erstes Stück „Die Bekehrung“, bis 1913 folgten weitere sechs Lustspiele. Nach dem Ersten Weltkrieg, an dem Rüthlein aktiv teilnahm, verfasste er wiederum mehrere Mundartstücke – am bekanntesten davon: „Der Glasschrank“ (1920). Dieses Möbelstück wird zum Objekt vielfältiger Aktivitäten und Verwirrungen – bis hin zur Pointe des betrogenen Betrügers. Rüthlein schrieb einige volkstümlich-humoristische Erzählungen – so die „Wachstubengeschichten“ (1941) über das Darmstädter Soldatenleben vor 1914, mit Illustrationen von Hartmuth Pfeil. Weitere Erzählungen waren aufgezeichnet, aber alle Manuskripte Rüthleins wurden in der Brandnacht 1944 ein Raub der Flammen. Rüthlein verkörpert mit seinem Werk die Fähigkeit der Mundart, Situationen des Alltags zu erfassen und ihnen mit Humor zu begegnen. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Friedhof in DA
. Der Rüthleinweg in Bessungen ist nach ihm benannt.