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Pfannmüller, Gustav

Theologe
* 01.10.1873 Dornheim
† 12.11.1953 Darmstadt
Der Pfarrerssohn aus Dornheim studierte nach dem Besuch des Darmstädter Ludwig-Georgs-Gymnasium von 1892 bis 1897 in Tübingen und Gießen klassische Philosophie und Theologie. Anschließend besuchte er das Predigerseminar in Friedberg, wo er die Bekanntschaft des späteren Prälaten Wilhelm Diehl und des Religionssoziologen Emil Fuchs machte. Ab 1899 unterrichtete Pfannmüller an der Darmstädter Oberrealschule, eine Tätigkeit, die seinem Interesse an der Wissenschaft nicht entsprach. Daher tauschte er 1900 den Schul- mit dem Bibliotheksdienst und wurde Bibliothekar an der Hofbibliothek.

Seine wissenschaftliche Laufbahn begründete er 1902 mit einer Schrift über die Kirchengesetzgebung Justinians. In die Zeit seines Wirkens an der jetzigen Universitäts- und Landesbibliothek fiel 1913 die Ernennung zum Professor und 1921 die Verleihung der theologischen Ehrendoktorwürde durch die Universität Gießen. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Pfannmüller für die Gründung der Darmstädter Volkshochschule. 1933 wurde er wegen seiner liberalen Haltung entlassen und widmete sich nun vollends und bis zu seinem Tod seiner (religions-)wissenschaftlichen Arbeit. 1908 veröffentlichte Pfannmüller „Jesus im Urteil der Jahrhunderte“, ein Werk, das 1939 und 1953 in zweiter und dritter Auflage erschien. Von seinen weiteren Büchern sind zu nennen: „Die Propheten“ (1913 in der Reihe „Klassiker der Religion“ erschienen), „Die Deutsche Volkshochschule“ (1919), „Handbuch der Islam-Literatur“ (1923), „Goethe und das Kirchenlied“ (1924) und „Tod, Jenseits und Unsterblichkeit in der Religion, Literatur und Philosophie der Griechen und Römer“ (1953).