Stadtlexikon Darmstadt

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Henning, Carl Friedrich

Amerikaforscher
* 26.09.1843 Höchst/Odenwald
† 08.07.1887 (Darmstadt?)
Carl Friedrich Henning besuchte ab 1848 in DA zunächst die angesehene Privatschule von Heinrich Schmitz (Schulwesen), dann das Ludwig-Georgs-Gymnasium und studierte anschließend in Gießen Theologie und Philologie (Promotion 1865). 1866 bis 1871 war er an mehreren Schulen in Berlin, DA, Oppenheim, in England und Frankreich als Lehrer tätig, studierte nebenbei in Berlin und Paris Sanskrit und weitere orientalische Sprachen. 1871 kehrte er nach DA zurück und unterrichtete bis 1874 als Lehrer an der Realschule. Im Oktober 1874 ging er auf Einladung des brasilianischen Kaisers Pedro II. als dessen Privatsekretär und Sprachlehrer für Hebräisch und Sanskrit nach Brasilien. In den folgenden Jahren begleitete Henning den Kaiser auf Reisen nach den USA, Europa und in den Orient, Heinrich Schliemann führte sie im Oktober 1876 durch seine Ausgrabungen in Troja und Mykene. In Brasilien studierte Henning die verschiedenen Indianersprachen und versuchte sie zu systematisieren. Mit seiner These, einen Teil der Dialekte in Verbindung zur indogermanischen Sprache zu bringen, stieß er in der Forschung jedoch auf Ablehnung. Henning, der im Juni 1876 in Nieder-Beerbach seine Braut Sophie Wilk geheiratet hatte, war nur noch ab und an in DA, z. B. im Frühjahr 1877, als seine Tochter Sophie geboren wurde und seine Frau im Kindbett starb. Die Tochter wurde in DA von Hennings Schwester Antonie erzogen. Im Frühjahr 1880 nahm er beide von DA mit nach Brasilien. Seit 1881 schränkten zunehmende Kopfschmerzen und Schwächezustände Hennings Arbeit beim Kaiser und an den Indianersprachen ein. Das geplante Buch zum Thema konnte er nicht mehr herausgeben. Henning verließ Brasilien und reiste nach Deutschland, in der Hoffnung, dort Heilung von seiner Krankheit zu finden, starb jedoch im Juli 1887, laut Aussage des Darmstädter Meldebogens in einem „Sanatorium o. ä. bei Darmstadt“, vermutlich an einem Gehirntumor.