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Hardenberg, Kuno Graf von

Hofmarschall
* 13.08.1871 Nörten-Hardenberg
† 15.11.1938 Darmstadt
Träger eines durch den preußischen Reformminister wie durch den Romantiker Novalis bekannten Namens, hatte sich der junge Hardenberg schon während des erfolgreich absolvierten Jura-Studiums mehr für die Künste interessiert und den Wehrdienst, angelockt von den kulturellen Aktivitäten des jungen Großherzogs Ernst Ludwig, bei den Gardedragonern in DA abgeleistet. Auf ein kunstwissenschaftliches Zusatzstudium in Paris folgte eine Weltreise nach Indien und Japan. Als künstlerischer Mitarbeiter des Dresdner Industriellen Karl August Lingner war Hardenberg am Ausbau von dessen Burg Tarasp im Schweizer Engadin beteiligt, die mit Lingners Tod 1916 an den befreundeten Darmstädter Großherzog fiel. Mit Freistellung vom Frontdienst organisierte Hardenberg die Übernahme der Burg und wurde 1917 letzter Hofmarschall des Großherzogs, der ihm in Hinblick auf die zu erwartende Veränderung die Inventarisierung seiner Privatsammlungen übertrug. Daraus erwuchsen das noch im September 1918 eröffnete Jagdmuseum im Schloss Kranichstein und das 1924 fertig gestellte „Residenz- und Heeresmuseum“ im Darmstädter Residenzschloss, das spätere Schlossmuseum. Auch an der Gründung der „Gesellschaft für freie Philosophie“ des Grafen Keyserling hatte Hardenberg maßgeblichen Anteil. Aufsehen erregte im Herbst 1928 ein nie ganz aufgeklärter Raubüberfall auf seine Dienstwohnung im Neuen Palais (Palais). Hardenberg starb 10 Jahre später an den Folgen eines Autounfalls.

Lit.: Franz, Eckhart G.: Graf Kuno Hardenberg und die Stiftung des Jagdmuseums. In: Museum Schloss Kranichstein. Festschrift zur Wiedereröffnung, Darmstadt 1998; Hauck, Barbara: Das Geheimnis um Graf Hardenberg. In: Mords-Fälle.Verbrechen und Todesfälle im alten Darmstadt, 2014, S. 57-117.