Stadtlexikon Darmstadt

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Hammer, Richard
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Arzt, Politiker
* 07.02.1897 Darmstadt
† 03.10.1969 Darmstadt
Richard Hammer, Teilnehmer am Ersten Weltkrieg, studierte nach Kriegsende in Heidelberg und Innsbruck Medizin und eröffnete 1924 in Bessungen seine Arztpraxis. Schon seit 1914 war er Anhänger Friedrich Naumanns und arbeitete bis 1933 ehrenamtlich in der Politik für den Liberalismus. Nach der Teilnahme am Zweiten Weltkrieg als Truppenarzt an der Ostfront, war er einer der Gründer der Liberal-Demokratischen Partei LDP (später FDP), bei deren Kreisverband DA-Stadt er den Vorsitz von 1948 bis 1957 führte. Am 30.06.1946 wurde er in den Hessischen Landtag gewählt; dieses Mandat hatte er bis 1950 inne. In der zum 25.04.1948 gewählten Stadtverordnetenversammlung übernahm er bis 1949 den Fraktionsvorsitz. 1949 bis 1957 war er Abgeordneter des Deutschen Bundestags und Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Gesundheitswesen. Hammer, der nach wie vor praktizierte, engagierte sich ehrenamtlich für den Ärzte-Berufsstand. Er war beteiligt am Wiederaufbau der ärztlichen Körperschaften und setzte sich ein für ein freies Gesundheitswesen und ein gegliedertes Versicherungswesen anstelle einer Einheitsversicherung. Er war Präsident der Darmstädter Ärztekammer und des Deutschen Ärztetags. Neben berufsständischen Ehrungen wurden seine Leistungen gewürdigt durch das durch Bundespräsident Theodor Heuss 1956 verliehene Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die durch OB Ludwig Engel 1962 verliehene Silberne Verdienstplakette der Stadt DA.