Stadtlexikon Darmstadt

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Grein, Karl Ernst Friedrich Nicolaus

Ev. Theologe, Kirchenmann
* 21.11.1881 Darmstadt
† 27.07.1957 Darmstadt
Nach Theologiestudium in Halle und Gießen, wo er auch der christlichen Studentenverbindung „Wingolf“ beitrat, war Karl Grein Pfarrassistent zunächst in DA (1907), dann in Mainz (1907-08) und in Mainz-Bretzenheim (1908-12). Von 1912 bis 1920 Pfarrer in Kaichen, wirkte er 1920 bis 1950 als Pfarrer in DA-Arheilgen. 1934 wurde er Mitglied der Bekennenden Kirche (BK), die in ihrem hessen-darmstädtischen volkskirchlich-seelsorgerlich ausgerichteten Verständnis vor allem die „ethischen Irrlehren“ deutsch-christlicher Gruppen bekämpfte. Ein Beispiel dafür war auch Greins Engagement für bedrohte jüdische Mitbürger. 1936 in den Landesbruderrat der BK Nassau-Hessen gewählt und war führend am „Kirchenkampf“ vor allem auch in Arheilgen beteiligt. Seine antinationalsozialistische Gesinnung und sein Eintreten für Verfolgte des NS-Regimes trugen ihm manche Anfeindungen ein. Im Krieg verlor er zwei Söhne.

Nach dem Zusammenbruch 1945 war Grein zusammen mit den Pfarrern Wilhelm Weinberger und Rudolf Goethe führend am Wiederaufbau der hessen-darmstädtischen Kirche beteiligt; er war Mitglied der Vorläufigen Kirchenregierung und Stellvertreter des Präsidenten Friedrich Müller. Von 1950 war er bis zu seiner Pensionierung 1952 als Oberkirchenrat (Personalreferent) der EKHN tätig. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Friedhof in DA. Seit 1968 erinnert die Greinstraße in Arheilgen an ihn.

Lit.: Dokumentation zum Kirchenkampf in Hessen und Nassau, 9 Bde., Darmstadt 1974-1996; 50 Jahre EKHN. Ausstellung des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau 1997; Herwig, Hans-Heinrich: Karl Grein (1881-1957). Pfarrer im Arheilger Kirchenkampf, Darmstadt 2011; Dienst, Karl: Karl Grein (1881-1957) zum Gedächtnis. Einleitende Gedanken. In: Herwig, ebd. S. 8-17.