Stadtlexikon Darmstadt

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Strecker, Johann Ludwig

Maler
* 07.05.1721 Darmstadt
† 12.09.1799 Darmstadt
Als Sohn des Geheimen Kammersekretärs, Kammer- und Jagdrats Thomas Michael Strecker entschied er sich gegen eine Beamtenlaufbahn und ließ sich von Johann Christian Fiedler zum Maler ausbilden. Landgraf Ludwig VIII. unterstützte ihn seit 1741, sandte ihn 1753 zur Ausbildung nach Paris, wo Strecker dem Zeichner und Kupferstecher Johann Georg Wille begegnete, und ernannte ihn am 09.03.1757 zum Darmstädter Hofmaler. Am 01.02.1759 holte ihn Erbprinz Ludwig (Ludwig IX.) an den Hof nach Pirmasens. 1764/65 kehrte Strecker nach DA zurück, wo Ludwig VIII. ihn am 23.10.1765 in der Nachfolge des verstorbenen Hofmalers Fiedler zum ersten Darmstädter Hofmaler beförderte. Strecker schuf das in unzähligen, stereotyp wirkenden Fassungen verbreitete Repräsentationsbildnis des Landgrafen Ludwig IX. (Schlossmuseum), reizvolle Porträts der Großen Landgräfin Karoline und von deren Töchtern, außerdem historisch relevante Bildnisse von Persönlichkeiten wie Johann Heinrich Merck, der sein Vetter war, Georg Christoph Lichtenberg, Johann Gottfried Herder und dessen Darmstädter Ehefrau Caroline, geborene Flachsland. Friedrich Jakob Hill, der nach seinem Tod die Stelle des ersten Hofmalers erhielt, war sein Schüler. Werke befinden sich u. a. im Besitz der Hessischen Hausstiftung, im Firmenarchiv Merck und im Hessischen Landesmuseum DA. Seit 1981 erinnert in Eberstadt der Streckerweg an ihn.

Lit.: Emmerling, Ernst: Johann Ludwig Strecker, der Maler des Merckschen Freundeskreises, Darmstadt 1933.