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Margaret Prinzessin von Hessen und bei Rhein

(geb. Campbell Geddes)
* 18.03.1913 Dublin
† 26.01.1997 Schloss Wolfsgarten bei Langen
Die Tochter des der Herkunft nach schottischen Medizinprofessors Auckland Geddes, der als britischer Gesundheitsminister, dann Botschafter in Washington mit dem Titel eines Baronet Geddes of Rolveden ins Oberhaus berufen wurde, hatte sich schon früh in der Sozial- und Krankenpflege betätigt. Die Hochzeit mit dem Botschafts-Attaché Prinz Ludwig von Hessen und bei Rhein
in London am 17.11.1937 war überschattet vom Unfalltod der Darmstädter Verwandten, der kurz zuvor verwitweten Schwiegermutter Eleonore und des Schwagers Erbgroßherzog Georg Donatus mit Frau und Söhnen, deren Flugzeug auf dem Anflug am Vortag in einen Schornstein bei Ostende gerast war. Das Brautpaar hatte nie damit gerechnet, die Verantwortung für die Familientradition zu übernehmen, die nun mit den Trauerfeiern für die Familie begann. Kaum zwei Jahre später war Krieg. Man zog sich nach Schloss Wolfsgarten zurück, das in der Notzeit nach Kriegsende Zuflucht für zahlreiche Verwandte und Freunde bot. Da die Ehe kinderlos blieb, galt der besondere Einsatz „der Prinzessin“, wie sie in DA hieß, den Kindern. Die „Madonnenkinder“ konnten in den 1950er Jahren als Gegenleistung für die Ausleihe der Holbein-Madonna (Darmstädter Madonna) nach Basel auf Ferien in die Schweiz reisen. In Wolfsgarten entstand das heute in Langen weitergeführte Heim für behinderte, insbesondere spastisch gelähmte Kinder. Tatkräftig fortgesetzt wurde die Verantwortung für das Rote Kreuz, die erneuerte Alice-Schwesternschaft und das Darmstädter Alice-Hospital mit dem angegliederten Eleonoren-Heim, das heute Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret heißt. Wolfsgarten blieb auch nach dem Tod Prinz Ludwigs, den Margaret um fast 30 Jahre überlebte, beliebter Treffpunkt für den großen künstlerisch-literarischen Freundeskreis. Um Margarets Einsatz für das „Aldeburgh-Festival“ ihrer engen Musiker-Freunde Benjamin Britten und Peter Pears, die sie schon mit Prinz Ludwig auf Konzertreisen rund um den Globus begleitet hatte, wussten vor allem die alljährlich eingeladenen „Hesse Students“. Yehudi Menuhin sprach zur Trauerfeier in London 1997. Eine Trauer-Ode von Hans Werner Henze beschließt den Gedenkband für Margaret, die sich selbst als „Beschließerin“ des Hauses Hessen-Darmstadt sah. Ihre letzte Ruhe fand sie neben Prinz Ludwig im Park auf der Rosenhöhe.

Lit.: Franz, Eckhart G. / Schlapp, Karl-Eugen (Hrsg.): Margaret Prinzessin von Hessen und bei Rhein. Ein Gedenkbuch, Darmstadt 1997; Haus Hessen. Biografisches Lexikon, hrsg. von Eckhart G. Franz (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, NF 34), Darmstadt 2012, HD 101, S. 389f.