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Luise Großherzogin von Hessen und bei Rhein
Stadtarchiv Darmstadt

(geb. Landgräfin von Hessen)
* 15.02.1761 Darmstadt
† 24.10.1829 Auerbach
Als die Verlobung des hessischen Erbprinzen Ludwig (Ludewig I.) mit Sophie von Württemberg 1776 gelöst wurde, da St. Petersburg die Braut für Ludwigs verwitweten russischen Schwager Paul reklamierte, musste er sich mit dem Darmstädter „Bäschen“ Luise trösten. Schon in den Erbprinzenjahren wurden beide rasch Mittelpunkt des mit bescheidenen Mitteln und unter Mitwirkung von Hof und Bürgerschaft neu belebten Musik- und Theaterlebens der vom „Soldaten-Landgrafen“ Ludwig IX. in Pirmasens vernachlässigten Residenz. Sommer-Refugium der Familie war das vom Großvater entdeckte Fürstenlager bei Auerbach, wo 1786 der mit dem Doppel-L verzierte Freundschaftstempel „à la vraie amitié“ errichtet wurde. Die freundschaftliche Vertrautheit blieb, auch wenn man später zum Teil getrennte Wege ging. Im Vorfeld der Rheinbund-Gründung hat die mit der hingerichteten Königin Marie Antoinette befreundete Luise mit ihren Günstlingen zum Ärger Napoleons wohl auch gegen die offizielle Politik des künftigen Großherzogs intrigiert. Die goldene Hochzeit des beliebten Großherzogspaars 1827, zu deren Gästen die verwandten Könige von Preußen und Bayern zählten, wurde zum Darmstädter Volksfest. Auf dem seit 1820 nach der Großherzogin benannten Luisenplatz steht allerdings statt des auf den Mathildenplatz versetzten Löwenbrunnens seit 1844 das „Monument“ für Ludewig I. (Ludwigsmonument). Luise erhielt ihre Grabstätte im Alten Mausoleum (Mausoleen) auf der Rosenhöhe.

Lit.: Haus Hessen. Biografisches Lexikon, hrsg. von Eckhart G. Franz (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, NF 34), Darmstadt 2012, HD 63, S. 335-337.