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Kröh, Heinrich Reinhard

Maler
* 07.05.1841 Darmstadt
† 14.12.1941 Darmstadt
Heinrich Reinhard Kröh wurde als Sohn des Malers und Hofgalerie-Inspektors Friedrich Kröh in
DA geboren. Ersten Zeichenunterricht erhielt er ab 1858 bei August Lucas und besuchte ab 1860 die Museumszeichenschule bei Galerieinspektor Carl Ludwig Seeger. 1863 nahm er sein Studium an der Münchener Akademie auf, wo der Historienmaler Carl von Piloty sein Lehrer wurde. 1868 wechselte Kröh an die private Kunstschule des ebenfalls aus DA stammenden Karl Raupp, dem er, nach gemeinsamen Reisen nach Willingshausen, als Schüler nach Nürnberg folgte. 1870 kehrte Kröh nach DA zurück, wurde zum großherzoglichen Hofmaler ernannt, und erhielt durch Ludwig III. zahlreiche Aufträge des Hofs. 1873 gründete er eine eigene Kunstschule, an der er zahllosen Künstlern, vor allem aus DA, Kenntnisse über die Malerei vermittelte. 1879 bezog Kröh ein Haus in der Kiesstraße, in dem er Atelier und Kunstschule zusammenlegte. Ab 1880 unternahm er Studienreisen nach Italien und Oberbayern, oft gemeinsam mit seinen Malerkollegen. 1911 verlieh ihm Großherzog Ernst Ludwig den Professorentitel und 1928 erhielt er die Silberne Preismünze der Stadt DA. 1931 wurde er zum Ehrenmitglied des Reichsverbandes bildender Künstler und des Ortsverbandes DA der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft ernannt. Kröhs Malerei steht in einer romantischen und spätromantischen Tradition, die er bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts hineintrug. Er war vor allem ein Maler der Bergstraße und des Odenwalds. In fein und tonig gemalten Bildern hielt er Orte fest, die heute oft nicht mehr existieren. Zudem war Kröh ein gesuchter Porträtist und Figurenmaler. Heinrich Reinhard Kröh wurde auf dem Alten Friedhof in DA beigesetzt. Seit 1954 erinnert der Kröhweg in DA an ihn.

Lit.: Heinrich Reinhard Kröh. 1841-1941. Leben und Werk, Darmstadt 1992.