Stadtlexikon Darmstadt

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Klipstein, Philipp Engel von
Grabstätte Philipp Engels von Klipstein am Alten Ober-Ramstädter Weg östlich des Böllenfalltors, Foto: Roland Koch, Stadtarchiv Darmstadt

Oberforstpräsident
* 02.06.1777 Oberes Königstädter Forsthaus bei Darmstadt
† 03.11.1866 Darmstadt
Aufgewachsen im Forsthaus Mönchsbruch, besuchte
Philipp Engel von Klipstein das Darmstädter Gymnasium und trat mit 13 Jahren in die Forstlehre bei Georg Ludwig Hartig in Hungen. 1799 wurde er Oberförster beim Fürsten Solms-Lich und gründete eine forstliche Meisterschule, die 22 Jahre lang Nachwuchs ausbildete. 1811 begann die steile Karriere als Großherzoglich Hessischer Forsthoheitskommissar, 1816 wurde er zum Direktor der großherzoglichen Oberforstdirektion in DA berufen, der er 25 Jahre lang vorstand. Wegen seiner Verdienste wurde Klipstein 1835 in den erblichen Adelsstand erhoben. Seine lange Lehr- und Schriftstellertätigkeit trug ihm den Dr. phil. h. c. ein. Hochverdient um Hessens Wald und um die Forstwirtschaft galt er als modern und fortschrittlich und als Begründer der Standortslehre, förderte den Edellaubholzanteil, längere Produktionszeiträume und den Waldfeldbau. Das Hartig-Denkmal in der Fasanerie und die Hartig-Stipendienstiftung gehen auf Klipstein zurück. 71-jährig musste Klipstein 1848 sein Amt wegen der Revolution 1848/49 aufgeben, behielt aber die Aufsicht über die großherzoglichen Jagden (Jagdgeschichte). 1852 wurde er zum Mitglied der ersten Kammer des Darmstädter Landtags ernannt. Begraben wurde Klipstein unter der 600-jährigen Eiche an der Alten Ober-Ramstädter Straße, die ihm zu seinem 50-jährigen Dienstjubiläum gewidmet worden war.

Lit.: Rack, Klaus-Dieter / Vielsmeier, Bernd (Hrsg.): Hessische Abgeordnete 1820-1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820-1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919-1933, Darmstadt 2008, S. 509f.