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Kirnberger, Ferdinand

Minister
* 12.01.1875 Mainz
† 25.06.1962 Darmstadt
Arztsohn aus Mainz, wo auch der Großvater und dessen Bruder schon als Ärzte tätig waren, entschied sich Ferdinand Kirnberger für die juristische Verwaltungslaufbahn. Nach dem Studium in Freiburg, Berlin und Gießen Referendar an verschiedenen Mainzer Gerichten, dann Assessor an mehreren Kreisämtern (u. a. auch in DA), kam Kirnberger 1906 als Kreisamtmann und Feldbereinigungskommissar nach Friedberg. Seit 1912 am Kreisamt Offenbach, wurde er bereits während der Militärzeit im Ersten Weltkrieg als Regierungsrat nach DA versetzt. 1920/21 an der Provinzialdirektion Mainz, dann wieder im Ministerium in DA, wurde er nach dem Tod Otto von Brentanos 1927 als Vertreter des Zentrums Finanz- und Justizminister; 1931 übernahm er auch das Landwirtschaftsressort und verkörperte damit das Fortbestehen der „rot-schwarzen“ Koalition trotz fehlender Landtagsmehrheit. Im erzwungenen Ruhestand nach 1933 betrieb er persönliche Forschungen. 1944 in DA ausgebombt, lebte die Familie zunächst im Odenwald, dann in Bensheim. Obwohl Kirnberger 1946 als Direktor des Verwaltungsgerichts DA reaktiviert wurde, konnte die Familie erst 1949 in die Stadt zurückkehren. Kirnberger wurde in Mainz beigesetzt, 1965 wurde in Eberstadt die Kirnbergerstraße nach ihm benannt.

Lit.: Kirnberger, Albert: Geschichte der Familie Kirnberger, 2. Aufl., Mainz 1951.