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Kesten, Hermann

Schriftsteller
* 28.01.1900 Podwolotschisk bei Ternopol/Ukraine
† 03.05.1996 Riehen bei Basel
Hermann Kesten kam als Sohn eines jüdischen Kaufmanns früh mit seiner Familie nach Nürnberg und studierte in Erlangen, Frankfurt/Main und Rom Jura, Ökonomie, Geschichte, Philosophie und Germanistik. 1927, als Lektor und späterer Verlagsleiter in Berlin, avancierte er schnell zum Wegbereiter einer ganzen Schriftstellergeneration. Für seinen autobiografisch gefärbten Erstlingsroman „Josef sucht die Freiheit“ erhielt er 1928 den Kleist-Preis. Nach der Bücherverbrennung von 1933 floh er nach Holland und leitete die deutsche Abteilung des Exilverlags Albert de Lange. Damit wurde er einer der wichtigsten Förderer der jungen deutschen Literatur und der Exilschriftsteller. Ab 1940 lebte er in den USA und erhielt 1949 die amerikanische Staatsbürgerschaft. Zwischen Rom und New York pendelte er ab 1949, bis er sich schließlich 1977 bei Basel niederließ. Von 1972 bis 1976 war er Präsident des in DA ansässigen P.E.N.-Zentrums der Bundesrepublik, anschließend dessen Ehrenpräsident. 1974 erhielt er in DA den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, deren Mitglied er seit 1952 war. Seine Romane und Novellen enthalten Gesellschaftskritik und satirische Zeitdiagnose – sie sind Bekenntnisse zu Humanität und Freiheit. Seit 1985 vergibt das P.E.N.-Zentrum die Hermann-Kesten-Medallie, 2008 umbenannt in Hermann-Kesten-Preis.