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P.E.N.

(Poets, Essayists, Novelists; unter E sind auch die Editors, die Herausgeber, subsumiert), internationaler Autorenclub mit Sitz in London, der Deutsche P.E.N. hat seinen Sitz in DA. Gegründet wurde der P.E.N. 1921, bereits 1923 folgte das deutsche Zentrum. Es wurde jedoch im November 1933 aufgelöst, nachdem nazihörige Schriftsteller die internationale Tagung in Ragusa unter Protest verlassen hatten wegen der Nachfragen in Bezug auf die Bücherverbrennung. 1934 entstand unter der Leitung Thomas Manns ein deutscher Exil-P.E.N. 1949 fand die Wiedergründung des deutschen P.E.N. statt. Schon bald entbrannten heftige Differenzen zwischen Delegierten aus dem Westen und aus dem Osten. Daraufhin wurde in DA 1951 das P.E.N.-Zentrum der Bundesrepublik gegründet unter dem Präsidenten Erich Kästner und dem Generalsekretär Kasimir Edschmid. Es wurde 1952 international anerkannt. 1953 konstituierte sich ein P.E.N.-Zentrum der DDR.

Mitglied kann man nur durch Vorschlag seitens zweier Mitglieder aus dem Club selbst werden. In jährlicher Versammlung entscheiden die Teilnehmer über die Zuwahl. Das neue Mitglied muss die Charta unterschreiben, bevor seine Mitgliedschaft wirksam wird. Sie enthält die Grundsätze des P.E.N.: „Mitglieder (...) verpflichten sich, für die Bekämpfung von Rassen-, Klassen- und Völkerhass und für die Hochhaltung des Ideals einer in einer einigen Welt in Frieden lebenden Menschheit mit äußerster Kraft zu wirken (...) (und) jeder Art der Unterdrückung in ihrem Land oder in der Gemeinschaft, in der sie leben, entgegenzutreten. (…) Der P.E.N. erklärt sich für die Freiheit der Presse und verwirft die Zensurwillkür.“ Derzeit hat der deutsche P.E.N. fast 800 Mitglieder.

Inzwischen setzen sich zwei zusätzliche Gruppierungen des P.E.N. für die Freiheit des Wortes, der Kunst und der Meinung ein: Das Writers-in-Prison- und das Writers-in-Exile-Komitee. Sie erheben ihre Stimme bei Verfolgungen von Autoren und Journalisten, betreuen Inhaftierte, bemühen sich um ihre Freilassung, unterstützen Schriftsteller, die aus ihrem Land fliehen mussten und ermöglichen ihnen das Überleben in anderen Ländern. Inzwischen bestehen in mehr als 120 Ländern P.E.N.-Clubs, die im internationalen P.E.N. zusammenarbeiten für die in der Charta formulierten Ziele. Seit 1985 verleiht das P.E.N.-Zentrum in DA die Hermann-Kesten-Medaille (2008 umbenannt in Hermann-Kesten-Preis) für besondere Verdienste um verfolgte Autoren, zunächst alle zwei Jahre, dann jährlich und seit 2000 mit einem Preisgeld versehen. Die Verleihung geschieht im Zusammenhang mit dem internationalen Writers-in-Prison-Day (15. November). Der Autor Hermann Kesten musste 1933 emigrieren. Er engagierte sich in den USA zusammen mit Thomas Mann im „Emergency Rescue Committee“ für die Rettung deutschsprachiger Schriftsteller, beschaffte Notvisa, Geld für Schiffspassagen und Aufenthaltsgenehmigungen und rettete so zahlreichen Autoren das Leben. Darum schuf man anlässlich seines 85. Geburtstags diese Medaille.

Lit.: P.E.N.-Zentrum Deutschland (Hrsg.): Engagement für Menschenrechte, Hermann-Kesten-Preis 2005-2009, Darmstadt 2010 (Darmstädter Schriften 97); Hanuschek, Sven: P.E.N. Die internationale Schriftstellervereinigung, ihre deutsche Geschichte, ihre Aufgaben. Ausstellungskatalog hrsg. vom P.E.N.-Zentrum Deutschland, Berlin Köln 2011.