Stadtlexikon Darmstadt

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Georg Wilhelm Landgraf von Hessen-Darmstadt

* 11.07.1722 Darmstadt
† 21.06.1782 Darmstadt
Der jüngere Bruder des „Soldaten-Landgrafen“ Ludwig IX. hat trotz einer auf dem Papier eindrucksvollen militärischen Laufbahn nie besonderen Kriegsruhm errungen. Schon 1738 zum Obristen ernannt, stand er zeitweilig in preußischen Diensten, wurde 1746/47 Generalmajor des Oberrheinischen Kreises und General der hessischen Kavallerie und avancierte später bis zum kaiserlichen Generalfeldmarschall. Dank seiner Ehe mit der gut betuchten Gräfin Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg (1729-1818), die ihm u. a. die Herrschaft Broich im Ruhrgebiet zubrachte, hat er sich unweit DAs das reizvolle Schlösschen Braunshardt zugelegt. Seit 1764 residierte er standesgemäß im für die zahlreiche Familie ausgebauten Marktpalais (Palais) in DA, wo er nach dem Thronwechsel vier Jahre später auch die Repräsentationspflichten für den in Pirmasens verbliebenen Bruder Ludwig IX. wahrnahm. Im für den Schwiegersohn angebauten Mecklenburgischen Palais sind dessen Kinder aufgewachsen, zu denen insbesondere die zur Legende gewordene Königin Luise von Preußen zählte. Auch das Prinz-Georg-Palais im Herrngarten trägt seinen Namen. Weniger erfolgreich als der Vater waren die Söhne, die dem Familienarchiv zahlreiche Schuldprozesse hinterlassen haben. Das schon mit dem Tod der Mutter an den Staat gefallene Palais am Markt wurde 1820 erster Sitz des mit der Verfassung neu geschaffenen Landtags.

Lit.: Haus Hessen. Biografisches Lexikon, hrsg. von Eckhart G. Franz (Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, NF 34), Darmstadt 2012, HD 47, S. 316f.