Stadtlexikon Darmstadt

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Ellinger, Johannes

Ev. Theologe, Pfarrer
* 12.09.1604 Darmstadt
† nach 1631
Johannes Ellinger, Sohn eines Darmstädter Musikanten, war von 1622 bis 1625 Schulmeister in Leeheim und kam 1625 als Kaplan und Schulmeister nach Arheilgen, wo er durch seinen Lebenswandel bald in Gegensatz zur Gemeinde und zur Kirchenleitung geriet. Eine 1628 abgehaltene Kirchenvisitation warf ihm seine Alkoholsucht vor, dass er häufig nicht zum Unterricht erschiene und sein Predigtamt in der ihm zugeteilten Schlosskapelle in Kranichstein vernachlässige. 1631 wurde Ellinger als Kaplan abgesetzt. Sein weiterer Lebensweg ist nicht bekannt. Im Hessischen Staatsarchiv DA haben sich eine Leichenpredigt auf den Tod Landgraf Ludwigs V. (1626) sowie ein Widmungsschreiben an dessen Nachfolger Georg II. (1627) erhalten (HSTAD D 4 Nr. 92/3 und 187/4). Im Gegensatz zu seinem Verhalten stand Ellingers hohe schriftstellerische Begabung. Noch in seiner Arheilger Zeit schrieb er, wohl unter dem Eindruck von Hexenverbrennungen in Dieburg, 1629 ein Werk, in dem er sich gegen den Hexenaberglauben (Hexenverfolgung) wendet: „HexenCoppel. Das ist Uhralte Ankunft und grosse Zunfft der Unholdseligen Unholden oder Hexen, welche in einer Coppel von einem gantzen Dutzet auff die Schaw unnd Musterung geführet (…) Durch M. Johannem Ellingerum Diaconum Arheilgensem“, Frankfurt 1629. Das Buch ist nicht viel gelesen worden und heute fast unbekannt.