Stadtlexikon Darmstadt

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Dreihäusergruppe

Das architektonische Kernstück der Künstlerkolonie-Ausstellung von 1904 fasste auf einem Eckgrundstück am westlichen Abhang der Mathildenhöhe (Prinz-Christians-Weg/Stiftstraße) drei unterschiedlich gestaltete Häuser zu einer dichten Baugruppe zusammen. Mit der Dreihäusergruppe, in Auftrag gegeben von Großherzog Ernst Ludwig und geplant von Joseph Maria Olbrich, wollte die Künstlerkolonie neue Typen des modernen bürgerlichen Eigenheims zur Diskussion stellen. Das Blaue Haus, das Eckhaus und das Graue Haus (letzteres als Dienstsitz für den Hofprediger errichtet) überraschten durch abwechslungsreiche Formen, Baumaterialien und durch ihr malerisch-farbenreiches Bild. Zum Zwecke der Ausstellung erhielten die Häuser komplette Mustereinrichtungen, die von den Künstlerkolonie-Mitgliedern Olbrich, Haustein und Cissarz entworfen und zum überwiegenden Teil von Darmstädter Möbelfirmen geliefert wurden. Infolge der Kriegszerstörungen ist originale Bausubstanz heute nur noch fragmentarisch vorhanden. Sie beschränkt sich auf Teile der blau glasierten Klinkerwände des Blauen Hauses, auf den Eingangsbereich und die Außenwände des Eckhauses sowie die Grundstückseinfriedigung. Gänzlich verschwunden bzw. durch einen Neubau ersetzt ist das ehemalige Graue Haus, das ab 1925 von Hermann Graf Keyserling bewohnt wurde.