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Back, Friedrich

Museumsdirektor
* 16.06.1860 Wetzlar
† 17.03.1932 Darmstadt
Als Sohn eines Gymnasialdirektors wuchs Friedrich Back in Sobernheim und Birkenfeld auf. Er studierte klassische Philologie und Archäologie in Halle, Straßburg und Berlin u. a. bei Ernst Curtius (1814-1896). Nach der Promotion und einer Lehrerausbildung in Birkenfeld erhielt Back 1886 eine Anstellung an der Königlichen Bibliothek in Berlin. Seine wissenschaftliche Arbeit kreiste in dieser Zeit um Themen der klassischen Altertumswissenschaften und der Kolonialpolitik des Deutschen Reichs. 1890 wechselte er zur Bibliothek des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Dort war er Mitautor des viel gerühmten Katalogs der Ornamentstichsammlung (Leipzig 1894), wodurch sich eine Hinwendung zur Kunstgeschichte ergab. 1896 wurde Back, wohl auf Veranlassung Alfred Messels, zum Leiter der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts – als Nachfolger von Karl-Ludwig Hofmann-Zeitz – an das Großherzogliche Museum (Hessisches Landesmuseum) nach DA berufen. Nach dem Tod des Archäologen Rudolf Adamy 1898 übernahm Back ebenfalls die Leitung der historischen Sammlungen und war, zum Professor ernannt, seit dem 05.05.1900 Direktor der Kunst- und historischen Sammlungen.

Hauptaufgabe in dieser Zeit war für ihn die Konzeption der Neuaufstellung der Sammlungen im von Alfred Messel entworfenen Museumsneubau. Beeinflusst v. a. durch Wilhelm von Bode (1845-1929) und Alfred Lichtwark (1852-1914) und angeregt durch den gerade vollendeten Bau des Schweizerischen Landesmuseums in Zürich (1899) verfolgte Back das Ziel, Kunstwerke in einem historisch stimmigen, auch von der Architektur getragenen Zusammenhang zu vermitteln. Dies geschah in Form von Stilräumen, für die B. selbst die Möblierung und Vertäfelung auf ausgedehnten Reisen erwarb (Chiavenna Zimmer). Dabei legte er einen deutlichen Schwerpunkt auf die hessische Geschichte und Kunst und folgte somit der damaligen Definition eines Landesmuseums. Bei der Neueröffnung des Museums am 27.11.1906 wurde Back von Großherzog Ernst Ludwig das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. Er verfasste 1908 einen Führer durch die neu eröffneten Sammlungen, dem 1914 das Verzeichnis der Gemälde folgte. Im selben Jahr war Back maßgeblich an der im Schloss ausgerichteten „Jahrhundertausstellung deutscher Kunst 1650-1800“ beteiligt. Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit war die Kunst des Mittelrheins, die er als Erster als Kunstlandschaft zu greifen versuchte. 1910 veröffentlichte er „Mittelrheinische Kunst“, 1932 „Ein Jahrtausend künstlerischer Kultur am Mittelrhein“. Unter seinem Direktorat wurde eine Vielzahl von Kunstwerken vornehmlich hessischer Provenienz erworben, allerdings wurden 1920 auch 53 Gemälde ausgesondert und versteigert. Am 25.11.1912 wurde Back zum Geheimrat ernannt, am 01.08.1926 trat er in den Ruhestand. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Alten Friedhof in DA.

Lit.: Haupt, Georg: Die Kunst- und Historischen Sammlungen des Hessischen Landesmuseums und Friedrich Back. In: Volk und Scholle 9, 1926, S. 261-265.