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Wixhäuser Kirche und Pfarrhof
Kirche und Pfarrhof in Wixhausen, Aufnahme 2003, Foto: Nikolaus Heiss, Darmstadt

Der Wixhäuser Pfarrhof der ev. Kirchengemeinde ist ein in sich geschlossenes, denkmalgeschütztes Ensemble, das in achteinhalb Jahrhunderten aus einem Rittersitz des Mittelalters heraus entstanden ist. Der romanische Kirchturm von 1150 war einst Kern einer Tieflandburg und ist das älteste erhaltene Baudenkmal im Stadtgebiet. In ihm findet sich die St. Blasius-Glocke Steffans von Frankfurt von 1519 und ein Turmschlagwerk von 1517. Die 1774 bis 1776 barock erweiterte, restaurierte Saalkirche mit ihren 21 Emporenbildern trägt in sich auf der Nordseite noch den Baubestand des Mittelalters mit einem ehedem romanischen Schiff von 1295 und einem gotischen Hochchor von 1370-1410. Die noch barock ausgelegte Dreymann-Orgel stammt von 1823. Neben einer gotischen Tafel von 1541 und dem gotischen Sakramentshaus findet sich Kunst unserer Zeit: Ein Fresko Eberhard Schlotters von 1951 und zwei Physikfenster Thomas Duttenhoefers von 1997, die sich ebenso auf die Grundlagenforschung der ortsansässigen GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH beziehen wie ein drittes Rundfenster Hans-Eberhard Ruhls im benachbarten Kinderhaus, das die Entdeckung des Elements Darmstadtium würdigt. Im Pfarrhof vor der Kirche steht Duttenhoefers Stele von 1986, ein 2,20 Meter hohes Raumkreuz aus Bronze, das in seinen Zeitzeichen auch die Entdeckung der Elemente Bohrium, Hassium und Meitnerium im Stadtteil verewigt. Zum Baubestand des historischen Pfarrhofs gehören neben der Kirche das barocke Pfarrhaus Matthias Clauseckers von 1761/62 und das benachbarte Wixhäuser Dorfmuseum, sowie die zuletzt erbaute spätbarocke Pfarrscheune von 1827, innen umgebaut zum Gemeindehaus, und eine ehemalige Scheune, die zusammen mit der GSI postmodern umgebaut worden ist zu einem Kinderhaus.

Lit.: Ruhl, Hans-Eberhard: Darmstadt-Wixhausen. Eckdaten und Grundzüge seiner Geschichte, Darmstadt 1995; Hans-Eberhard Ruhl: Zeit-Zeichen. Die Stele Thomas Duttenhoefers. In: Lichteinfall, Frankfurt/Main 1995.