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Werner, Kasimir Geza

Arzt, Schriftsteller, Dramaturg
* 29.03.1900 Pankota/Siebenbürgen
† 31.01.1985 Darmstadt
Kasimir Geza Werner studierte 1918-1923 an der medizinischen Fakultät der Universität Budapest und arbeitete zunächst als Assistenzarzt im Kreiskrankenhaus von Arad. Seine Leidenschaft galt aber der Literatur. Als Schriftsteller, Dramaturg und Bühnenautor arbeitete er in Budapest und von 1924 bis 1929 in Berlin, u. a. als Assistent bei Max Reinhardt, dann als Pressechef und Werbeleiter der Stoewer-Automobilwerke in Stettin. 1932 trat er in Berlin die Stelle des Chefredakteurs des Magazins „Die Andere Welt“ und der „Berliner Woche“ an. Die Nationalsozialisten belegten ihn 1934 mit einem Schreibverbot. Er emigrierte nach Budapest, arbeitete dort im Untergrund in einem Schrottlager, wurde in ein Zwangsarbeiterlager verschleppt und floh über Wien und Salzburg nach Israel. Dort gab es kaum Arbeit für Intellektuelle, deshalb zog Werner mit seiner Frau Margot 1955 nach Berlin zurück.

Über Bad Nauheim kam Werner 1968 auf Einladung von Kulturdezernent Heinz Winfried Sabais nach DA. Er arbeitete intensiv an der Organisation des Exil-P.E.N.-Zentrums (P.E.N.) für deutschsprachige Länder, dessen Gründer und langjähriger Präsident er war. Er gehörte seit 1969 dem Vorschlagsgremium des Literatur-Nobelpreises an. In DA entstanden u. a. der Roman „Nie wieder gestern“ (1970) und die Autobiografie „Meine Lüge ist die Wahrheit“ (1986). Sein Lebenswerk wurde 1970 mit der Johann-Heinrich-Merck-Ehrung der Stadt DA, 1975 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1980 mit der Goethe-Plakette des Landes Hessen sowie vielen weiteren internationalen Ehrungen ausgezeichnet. Der Nachlass Werners und seiner Frau, der Schriftstellerin und Sängerin Margot Werner (1910-1988), befindet sich im Deutschen Literaturarchiv Marbach.