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Praetorius, Otfried

Familienforscher
* 26.02.1878 Nieder-Gemünden
18.11.1964 Nieder-Ramstadt
Der Pfarrerssohn aus Oberhessen – die Familie Schultheiß (latinisiert
Praetorius) stammte ursprünglich aus Homberg / Ohm – war nach dem naturwissenschaftlichen Studium zunächst Lehrer an der Augustinerschule in Friedberg. 1911 kam er an das Ludwig-Georgs-Gymnasium in DA, wechselte aber schon im Folgejahr an die Viktoriaschule, wo er bis zur Pensionierung 1948 Biologie, Mathematik und Physik unterrichtet hat. Bekannt geworden ist Praetorius vor allem durch sein lebenslanges Engagement für die Familienforschung. Schon 1914 erschien in den „Familiengeschichtlichen Blättern“ ein erster Beitrag über „Justus Liebigs hessische Vorfahren“. Zum Stadtjubiläum 1930 kam ein zusammen mit Theodor Ritsert bearbeitetes Bändchen über „Alte Darmstädter Familien“ heraus, für die Praetorius auch in den Hessen-Bänden des „Deutschen Geschlechterbuchs“ zahlreiche Stammfolgen publiziert hat (neben den Liebigs u. a. Büchner, Gervinus, Lichtenberg, Niebergall und Scriba). 1921 war Praetorius Mitbegründer der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung, deren „Mitteilungen“ er 20 Jahre redigierte. Als langjähriger Betreuer des Merck-Archivs war er auch für die Merck’sche Familienzeitschrift verantwortlich. Zur langen Liste der Veröffentlichungen gehören wichtige genealogische Quellen, darunter der nach Wilhelm Diehls Tod von Praetorius bearbeitete Schlussband des Pfarrer- und Lehrerbuchs der „Hassia Sacra“ (1951) und die Gießener Universitätsmatrikel 1708-1807 (1957). Die Stadt DA verlieh ihm zum 80. Geburtstag die Bronzene Verdienstplakette.

Lit.: Hessische Familienkunde, Bd. 7, 1964/65, Sp. 341-343.