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Ploennies, Luise von
Stadtarchiv Darmstadt

(geb. Leisler)
Lyrikerin, Erzählerin, Dramatikerin, Übersetzerin
* 07.11.1803 Hanau
† 22.01.1872 Darmstadt
Die Tochter der Sophie von Wedekind und des Arztes und Naturforschers Johann Philipp Leisler lebte seit ihrem 14. Lebensjahr im Haus der Großeltern Wedekind in der Rheinstraße. 1824 heiratete sie den Arzt August von Ploennies und gebar neun Kinder. Das Haus des Ehepaars (Ludwigsplatz, später
Waldstraße) war in den 1830er und 1840er Jahren Treffpunkt von Intellektuellen. Häufige Besucher waren Heinrich Künzel, Jakob Felsing, Luise von Gall, Lewin Schücking, Ida und Ferdinand Freiligrath, Eduard Duller, August Nodnagel und mehrere Mitglieder der Musiker-Familie Mangold. Seit Anfang der 1830er Jahre veröffentlichte Ploennies Gedichte und Erzählungen. Großen Erfolg hatte sie mit ihren Übersetzungen aus dem Englischen und Flämischen. Für ihre Verdienste um die flämische Literatur wurde sie 1844 zum Mitglied der Königlichen Akademie von Brüssel ernannt. Nach dem Tod ihres Mannes (1847) siedelte Ploennies nach Jugenheim an der Bergstraße über. Dort schrieb sie ihr umfangreichstes Werk: „Mariken von Nymwegen, eine dramatische Erzählung in Versen“, deren Hauptfigur eine Art weiblicher Faust ist. Seit 1853 lebte sie wieder in DA mit wechselnden Adressen. In ihren späten Dichtungen und Dramen verarbeitete sie v. a. biblische Themen. Ihr Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof.

Lit.: Käfer-Dittmar, Gabriele: Luise von Ploennies (1803-1872). Annäherung an eine vergessene Dichterin, Darmstadt 1999.