Stadtlexikon Darmstadt

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Mangold, Familie

Vorfahren der an Berufsmusikern reichen Familie lassen sich bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie stellten Türmer und Stadtmusikanten ebenso wie Kantoren, Hoftrompeter und Hofkapellmitglieder, Sänger und Dirigenten. Im 18. Jahrhundert kam der Trompeter Johann Georg Mangold (29.11.1681 Groß-Umstadt – vor 1749 DA) als erster Musiker der Familie von Groß-Umstadt nach Darmstadt und spielte seit 1716 in der fürstlichen Leibgarde. Die Bittschrift seiner Ehefrau Eva Maria Mangold geb. Lautz (29.10.1697 Groß-Umstadt – 20.04.1759 DA) auch ihren jüngsten Sohn Heinrich Conrad bei der Hofkapelle kostenlos auszubilden, übermittelt durch Christoph Graupner, wurde vom Landgrafen abgelehnt.

Sein Neffe, der Oboist und Hofmusiker Johann Wilhelm Mangold (20.11.1735 Groß-Umstadt – 16.07.1806 DA) kam als weiterer Musiker der Familie nach DA und wurde von Johann Heinrich Schön, Türmer auf der Stadtkirche und Stadtmusikus, ausgebildet. 1763 konnte er als Adjunkt des Türmers in städtische Dienste übernommen werden. Am 31.01.1764 heiratete er Schönes Tochter Margarethe Katharina und übernahm 1779 nach Schönes Tod die Leitung der Turmmusik. Als es ihm 1781 möglich war, als Violinist in die Hofkapelle zu wechseln, übernahm sein Sohn Ludwig Mangold (1777-1829) das Amt. Fünf seiner Söhne wurden gleichfalls Hofmusiker, darunter der für die Generationenfolge bedeutsame Violinist Georg Mangold (07.02.1767 DA – 18.02.1835 DA). Als frühbegabter Violinist soll Georg bereits im Kindesalter öffentlich gespielt haben. Als 1776 Ludwig X. (Ludewig l.) die Hofkapelle neu organisierte, konnte Georg Mangold als Violinist mitwirken und wurde 1780 als – gering besoldetes – Mitglied der Hofmusik geführt. 1791 stieg er zum Kammermusiker auf und wurde 1817 Hofmusikdirektor. Er war verheiratet mit Friedericke Marie Stumpff. Für das Darmstädter Musikleben bedeutsam wurden drei seiner Kinder: Charlotte Caroline Eleonore Mangold, Johann Wilhelm Mangold und Carl Amand Mangold.