Stadtlexikon Darmstadt

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Hoffmann, Ernst Emil

Kaufmann, Politiker
* 17.01.1785 Darmstadt
22.05.1847 Darmstadt
Dass sich der Sohn des Oberkriegsrats Hans Wilhelm Hoffmann (1754-1813) nach dem Besuch des Darmstädter Gymnasiums für den Kaufmannsberuf entschied, war eher ungewöhnlich. Aus der nach Lehrjahren in Mannheim und Hamburg 1805 gegründeten Spezereihandlung mit eigener Schokoladenfabrikation wurde bald eine erfolgreiche Firma, die mit Militärlieferungen, aber auch im Handel mit Staatspapieren und Versicherungspolicen Geschäfte machte. Auffällig ist das Geschick, mit dem Hoffmann politischen Einsatz und Profit zu verbinden wusste. Das galt für die Aufstellung des Freiwilligen Jägerkorps und der Landwehr 1813/14, bei der Hoffmann einen Teil der Ausrüstung stiftete und den Rest gegen Bezahlung lieferte, wie bei der Aufstellung der „Deutschen Legion“ für die Unterstützung des griechischen Freiheitskampfs 1820/22, deren Einschiffung in Marseille er persönlich organisierte. Bei der Hoffmann'schen „Militärvertretungsanstalt“ konnte man sich gegen die damals ausgeloste Einberufung zum Wehrdienst versichern. In der ersten Landtagswahl 1820 nur Wahlmann, nach einem Wahlerfolg 1826 durch ein Strafverfahren disqualifiziert, gehörte der „Volksmann“ 1829/30 und erneut 1832/34 zu den lautstärksten Oppositionsvertretern in der Zweiten Kammer des Hessischen Landtags, sodass die Regierung Du Thil seine Wiederwahl zu unterbinden wusste. Seit Anfang 1832 war zunächst in Speyer das von Hoffmann herausgegebene „Hessische Volksblatt“ erschienen, das er im Folgewinter als „Neues Hessisches Volksblatt“ nach DA verlegte. 1828 bis 1842 war Hoffmann Mitglied des Darmstädter Gemeinderats, scheiterte aber bei den Bürgermeisterwahlen mehrfach am Bestätigungsrecht der Regierung. Immerhin hielt er 1844 die Festrede zur Einweihung des Ludwigsmonuments. Das Grab mit der Portrait-Büste Hoffmanns ist auf dem Alten Friedhof erhalten. Der Sohn Karl Johann Hoffmann (1819-1874), Dr. jur. und Rechtsanwalt in DA, wurde 1859 zusammen mit August Metz Führer der als hessischer Zweig des „Nationalvereins“ begründeten Fortschrittspartei, der späteren Nationalliberalen.

Lit.: Hessische Biographien. In Verbindung mit Karl Esselborn und Georg Lehnert hrsg. von Hermann Haupt, Bd. 2, S. 97-106; Büttner, Siegfried: Die Anfänge des Parlamentarismus in Hessen-Darmstadt und das du Thilsche System, Darmstadt 1969, S. 156-160; Rack, Klaus-Dieter / Vielsmeier, Bernd (Hrsg.): Hessische Abgeordnete 1820-1933. Biografische Nachweise für die Erste und Zweite Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen 1820-1918 und den Landtag des Volksstaats Hessen 1919-1933, Darmstadt 2008, S. 448f.