Stadtlexikon Darmstadt

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Hinkelsturm
Stadtmauer und Hinkelsturm nach dem Bombenangriff am 25./26.08.1944, Foto: Ernst Luckow, Stadtarchiv Darmstadt

Der Name des ehemaligen Turms der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert rührt von dem riesigen Stein her, der in der früheren Hinkelsgasse lag und sich heute noch an derselben Stelle befindet. Der Name ist jedoch entstellt aus einem ursprünglichen „Hünenstein“ (Heiner). Daraus machte der Volksmund einen Hühnerstein und im Darmstädter Dialekt den „Hinkelstein“, von dem auch der daneben stehende Turm und die Hinkelsgasse ihren Namen erhielten. Der Hinkelsturm war früher zur Stadtseite offen, wurde erst im 17. oder 18. Jahrhundert geschlossen, außerdem ein 3. Stockwerk aufgemauert. Die Einwölbung des Erdgeschosses stammt erst aus dem frühen 19. Jahrhundert. Als der damalige Besitzer den Turm aus Platzgründen abreißen wollte, kaufte die Stadt DA ihn 1909 an und stellte ihn unter Denkmalschutz. 1910 zogen die Bewohner aus. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wurde der Hinkelsturm zwar 1952 instand gesetzt, verfiel jedoch in der Folgezeit wieder, weil er seit 1944 kein Dach mehr trug. Von 1994 bis 1997 wurde der Turm erneut saniert und durch das Einsetzen eines 7 Meter hohen Stahlringkranzes mit Dach für die heutige Nutzung als Altstadtmuseum hergerichtet.

Lit.: Haupt, Georg: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Darmstadt, 2 Bde., Darmstadt 1952–54, S. 34; Die Darmstädter Stadtmauer, S. 6-21.