Stadtlexikon Darmstadt

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Hill, Johann Jakob

Ingenieur
* 03.11.1730 Nieder-Ramstadt
† 18.04.1801 Marksburg bei Braubach
Seine Ausbildung erhielt Johann Jakob Hill in der Feldmesserei und sieben Jahre lang als Architekt durch den Oberingenieur Karger. Seit 1750 durfte er als Landmesser arbeiten, wurde aber erst 1761 zum Ingenieur ernannt, vier Jahre später zum Ingenieur-Leutnant. Wiederholte Zusammenstöße mit Hofbaumeister Philipp Mann und Johann Martin Schuhknecht führten 1772 zu seiner Entlassung. Nach dem Ausscheiden von Mann und der Entlassung von Staatsminister Friedrich Carl von Moser bemühte sich Hill um seine Rehabilitierung und wurde 1785 als Kommandant auf die zu Hessen-Darmstadt gehörende Feste Marksburg hoch über Braubach am Rhein versetzt, wo er bis zu seinem Tod blieb.

Zu seinen Werken zählen die Erbauung des Schlosses Braunshardt, die intensive Mitarbeit bei der Planung und Errichtung des Exerzierhauses, die Erstellung eines Plans für die westliche Vorstadt, den Georg Moller später in vereinfachter Form realisierte (Mollerstadt). Bekannt wurde er aber vor allem durch den von ihm – mit der Hilfe seines künstlerisch begabten Sohnes Friedrich Jakob Hill – gezeichneten „Prospect des Hochfürstlichen Residenz-Schlosses und Haupt Stadt Darmstadt nebst Bessungen und umliegender Situation“, einer Stadtansicht, mit deren Herstellung ihn Prinzessin Wilhelmine (1755-1776), Tochter Ludwigs IX. und Gattin des russischen Thronfolgers Paul, beauftragt hatte. Dieser nach ihm benannte „Hill'sche Prospect“ findet sich in nahezu jeder Darstellung zur Darmstädter Geschichte.

Lit.: Haupt, Georg: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Stadt Darmstadt, 2 Bde., Darmstadt 1952–54, S. 21f., 29.