Stadtlexikon Darmstadt

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Hallenbäder
Schul- und Trainingsbad am Woog, Foto: Pit Ludwig, Stadtarchiv Darmstadt

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in DA einige private Hallenbadeanstalten, etwa das Alice-Bad in der Mauerstraße (errichtet 1884), deren Kosten der größere Teil der Darmstädter Bevölkerung jedoch nicht aufbringen konnte. Massiven Forderungen nach einer öffentlichen Badeanstalt kam die Stadtverwaltung durch die Errichtung des ältesten heute noch bestehenden Hallenbads nach, des 1907 bis 1909 von Stadtbaumeister August Buxbaum errichteten Zentralbads am Mercksplatz, von den Darmstädtern auch „Altes Hallenbad“ genannt. Es besaß eine große Schwimmhalle (Beckengröße 25 x 11 Meter; Wassertiefe 0,50 Meter bis 2,80 Meter) und eine 1962 errichtete Lehrschwimmhalle (Beckengröße 16,66 x 10 Meter), dazu Dampfbad, Medizinische Abteilung, Massage, Solarien und Gymnastikhalle. In umfangreichen Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen wurde es technisch modernisiert, denkmalpflegerisch aufgewertet und als „Jugendstilbad“ 2008 wieder eröffnet. Die vielfältige Badelandschaft wurde mit einer großzügigen „Saunawelt“ und Gastronomie ergänzt. Regelmäßig finden Veranstaltungen statt, oder es werden besondere Gesundheitskurse und Wohlfühlangebote vorgehalten.

Das Nordbad (Alsfelder Straße 33) ist ein funktionales Sportschwimmbad, das am 01.12.1971 in Betrieb genommen wurde. 1977 wurde es um ein Schwimmleistungszentrum erweitert (s. a. Freibäder). Das 50-Meter-Becken (Wassertiefe 1,30 Meter bis 1,80 Meter) ist besonders geeignet für sportliche und gesundheitsbewusste Schwimmerinnen und Schwimmer. Auch Schulen und Vereine (DSW 1912) nutzen das Bad zu Training und Unterricht. Von Herbst bis Frühjahr finden dort viele Schwimmsportveranstaltungen und Wasserballspiele statt (Sport in DA). Ein Lehrschwimmbecken (16,66 x 10 Meter; Wassertiefe 0,30 Meter bis 1,20 Meter) und ein Kinderplanschbecken sowie Solarien runden das Angebot ab. Da eine Sanierung des mittlerweile in die Jahre gekommenen Bades zu teuer erscheint, soll es 2019 durch einen Neubau ersetzt werden.

Das am 01.11.1977 eröffnete Bezirksbad Bessungen (Ludwigshöhstraße 10) in der Nähe des Orangeriegartens ist in einem Gebäude zusammen mit der Bessunger Schule untergebracht. Erholungssuchende und Gesundheitsbewusste finden hier Angebote wie Wassergymnastik und Aquajogging (Beckengröße 25 Meter x 12,50 Meter; Wassertiefe 1,30 Meter bis 1,80 Meter; Lehrschwimmbecken: Beckengröße 8 Meter x 12,50 Meter; Wassertiefe 0,60 Meter bis 1,30 Meter). Darüber hinaus werden Babyschwimmen, Wassergewöhnung für Kleinkinder und Schwimmkurse angeboten. Das aus wirtschaftlichen Gründen kurz vor der Schließung stehende Bad wurde nach Bürgerprotesten für rund 3 Millionen Euro umfassend saniert und Ende 2010 wieder eröffnet.

Das am 11.12.1969 eröffnete Schul- und Trainingsbad (Heinrich-Fuhr-Straße 38) steht ausschließlich Darmstädter Schulen und Vereinen zum Training und für Wettkämpfe zur Verfügung. Das Bad (Beckengröße 25 Meter x 16,66 Meter; Wassertiefe 1,80 Meter) kann darüber hinaus zur Durchführung von Lehrgängen und Seminaren angemietet werden. Jährlich im November und Dezember findet hier der Schwimmwettbewerb des Darmstädter Echos statt.

Rund zwei Jahrzehnte bestand das 1971 eröffnete private City-Hallenschwimmbad in der Adelungstraße 33, dass neben einem Hallenschwimmbecken auch ein beheiztes Freibad sowie Sauna und Massage anbot. An seiner Stelle steht heute ein Appartmenthaus. Im Zuge des Ausbaus von Eberstadt-Süd errichtete die Bauverein AG im Jahr 1978 dort ein Hallenbad, das jedoch 2007 geschlossen und anschließend abgerissen wurde. Ein weiteres in Eberstadt geplantes städtisches Hallenbad, zu dem 1978 ein Architektenwettbewerb durchgeführt wurde, kam nie zur Ausführung.