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Grabstätten der großherzoglichen Familie
Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Als dritte großherzogliche Begräbnisstätte wurden auf der Rosenhöhe neben den beiden Mausoleen Freigräber angelegt. Ein lebensgroßer kniender Engel hält schützend seine Flügel über das Grab der Tochter von Großherzog Ernst Ludwig: Prinzessin Elisabeth, von den Darmstädtern liebevoll das „Prinzesschen“ genannt, starb 1903 mit acht Jahren während einer Reise in Polen. Die eindrucksvolle Bronzeskulptur ist ein Werk des Darmstädter Bildhauers Ludwig Habich. Es war der ausdrückliche Wunsch Ernst Ludwigs, ebenfalls hier unter freiem Himmel bestattet zu werden. Die fünf schlichten Gräber daneben zeigen alle das gleiche Sterbedatum, den 16.11.1937. An diesem Tag prallte das Flugzeug der großherzoglichen Familie, die sich auf dem Weg zur Hochzeit von Prinz Ludwig (1908-1968) und Prinzessin Margaret (1913-1997) in London befand, in der Nähe von Ostende gegen einen Fabrikschornstein. Es verunglückten Eleonore von Solms-Hohensolm-Lich (* 1871), die Gattin Ernst Ludwigs, ihr ältester Sohn Georg Donatus (* 1906) und dessen Frau Cäcilie (* 1911) sowie deren Söhne Ludwig (* 1931) und Alexander (* 1933). Etwas abseits, in einem Einzelgrab, wurde ihre jüngste Tochter Prinzessin Johanna (1936-1939) beigesetzt, die von Prinzessin Margaret nach dem tragischen Tod ihrer Eltern und Geschwister adoptiert worden war. Johanna starb nur zwei Jahre nach dem Unglück an Meningitis. Die letzte Ruhestätte von Prinz Ludwig und Prinzessin Margaret befindet sich direkt gegenüber.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 394f.