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Lochner-Gebetbuch
Lochner-Gebetbuch, Hs. 70 der ULB, Bl. 2v, Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt

Handschrift 70 der Universitäts- und Landesbibliothek (Gebetbuch (Stundenbuch), Köln 1451, Pergament, 235 Bl.). Die Handschrift kam mit der Sammlung Hüpsch nach DA, ihre Entstehung in Köln wird durch die deutsche Sprache im kölnischen Dialekt, das für Gebetbücher typische Kalendarium sowie die angerufenen Heiligen bezeugt. Wie im Spätmittelalter üblich, wurde es von einer reichen Kölner Familie beim berühmten Maler Stefan Lochner in Auftrag gegeben. Die durch ihr Verhältnis von kleinem Format und überaus reicher Ausmalung besonders kostbare und wertvolle Handschrift bezieht ihre Bedeutung v. a. aus der Person des Künstlers und ihrem guten Erhaltungszustand. Sie enthält insgesamt 56 Initialminiaturen und ein Vollbild. Gegenstand der Bilder sind das Leben Mariens, die Bußpsalmen, das Jüngste Gericht, die Apostelmartyrien sowie die Darstellung zahlreicher Heiliger. 1989 erschien im Coron-Verlag ein Faksimile der Handschrift. Das Original wird nur noch in seltenen Ausnahmefällen zugänglich gemacht.

Lit.: Staub, Kurt-Hans (Hrsg.): Stefan-Lochner-Gebetbuch. 1451, Sämtliche Miniaturen der Handschrift 70 der Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt, Wiesbaden 1996.