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Becker, August

Kunstmaler
* 27.01.1821 Darmstadt
† 19.12.1887 Düsseldorf
Die ersten Malstunden erhielt der junge August Becker, zweitjüngster Sohn des frühverstorbenen Oberrechnungsrevisors Ernst Friedrich Becker (1780-1835), beim Darmstädter Hof- und Theatermaler Johann Heinrich Schilbach. Wie bei diesem galt Beckers Hauptinteresse der Landschaftsmalerei, in der er sich auf frühen Kunstfahrten in der Umgebung, im Odenwald, im Rheingau und ins Nahetal üben konnte. Bekanntschaften bei einem von Schilbach vermittelten Studienaufenthalt an der Düsseldorfer Akademie 1841/42 führten in den Folgejahren zu mehrmonatigen, malerisch ertragreichen Reisen nach Norwegen. 1851 folgte eine Reise in die Schweiz, ehe Becker sich endgültig in Düsseldorf niederließ.

Die Einladung des jüngeren Bruders Ernst Becker führte ihn 1854 zum ersten Mal nach England, wo er auch Prinzgemahl Albert vorgestellt wurde. Erst nach dessen Tod folgten die für sein Werk, aber natürlich auch für sein Ansehen als Maler wichtigen Einladungen, die königliche Familie in den Sommeraufenthalt im schottischen Balmoral und 1869 auf die Isle of Wight zu begleiten, wie dies die angekauften Bilder in der „Royal Collection“, vor allem im Osborne House, dokumentieren. Beziehungen zum Haus Hohenzollern-Sigmaringen führten zu Reisen nach Rumänien und Ungarn. An die 80 Ölbilder und Zeichnungen Beckers wurden allein nach England verkauft. Noch im Mai 1890, zweieinhalb Jahre nach Beckers Tod, schickte Prinzessin Victoria von Battenberg Großmutter-Queen zum Geburtstag „one of poor Maler Becker’s sketches“.

Lit.: Hoffmann-Kuhnt, Lotte: August Becker 1821-1887. Das Leben eines Landschaftsmalers. Reiseberichte und Briefe, Nürnberg 2000; Selke, Raimond: August Becker in England and Scotland. In: Prinz Albert. Ein Wettiner in Großbritannien (Prinz-Albert-Studien 22), München 2004; Selke, Raimond: August Becker (1821-1887). Der Darmstädter Landschaftsmaler aus der Düsseldorfer Schule. Biographie und Werkkatalog, Koblenz 2005.