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Bechtold, Möbelfabrik
Hofmöbelfabrikant Philipp Georg Bechtold (1838-1901), Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die Möbelfabrik Bechthold entwickelte sich aus einer Schreinerwerkstatt, die der Schreinermeister Philipp Heinrich Bechthold (1810-1887) 1833 von seinem Onkel übernommen hatte. Nach einer Betriebserweiterung durch den Kauf des Hauses Rheinstraße, Ecke Grafenstraße im Jahr 1847 wurde diese Werkstatt in eine Möbelfabrik umgewandelt. Der Sohn des Firmengründers Philipp Georg Bechthold (1838-1901) wurde erstmals 1863 im Darmstädter Adressbuch als Möbelfabrikant ausgewiesen und wurde später zum „Großherzoglichen Hoflieferanten“ ernannt. Die Möbelfabrik Bechthold war auf die Herstellung historistischer Möbel mit Handschnitzereien spezialisiert. Als sich der Hof unter Großherzog Ernst Ludwig gegen Ende des 19. Jahrhunderts vom Historismus abwandte und den Jugendstil förderte, geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Da Philipp Georg Bechthold gegen den Willen seiner beiden mittlerweile an der Firmenleitung beteiligten Söhne Philipp und Hermann auf den alten Produktionstechniken und dem historistischen Formenrepertoire beharrte, musste die Fabrik um 1900 ihre Produktion einstellen.

Lit.: Bechtold, Hans Dieter: Von Darmstädter Möbelschreinern im 19. Jahrhundert. In: Kunst in Hessen und am Mittelrhein, Darmstadt 1996, S. 77-111.