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Albin-Müller-Becken

Die Künstlerkolonie hatte für die vierte und letzte Jugendstilausstellung im Jahr 1914 einen internen Wettbewerb für die Gestaltung des leicht ansteigenden Rasenplatzes vor dem Eingangsportal der Russischen Kapelle auf der Mathildenhöhe veranstaltet. Albin Müller, Architekt und Mitglied der Künstlerkolonie, gewann den Wettbewerb mit dem Entwurf eines lang gestreckten Wasserbassins, das mit Eingang und Kapelle auf einer Achse liegt. Die Einfassung des Beckens besteht aus Muschelkalk, das Becken selbst ist mit keramischen Fliesen ausgekleidet. In seiner ursprünglichen Gestalt wurde das rechteckige Bassin von einer runden Einfassung des Geländes gerahmt. Vordergrund der Gestaltung ist das farbenprächtig gekachelte Wasserbecken. In der mittleren Achse des Beckens bilden die Fliesen ein Blättermuster, sodass bei bewegtem Wasser der Eindruck entstehen soll, das Blattwerk bewege sich. Kopf der Anlage ist eine auf gedrungenen Säulen ruhende Kolonnade mit reliefartiger, gekachelter Brunnenwand. Die Brüstungsmauern aus Muschelkalk werden ebenfalls von Reliefs geschmückt, auf ihnen ruhen die von Bernhard Hoetger geschaffenen Plastiken „Maria und Joseph – Ruhe auf der Flucht“.

2002 erhielt das Albin-Müller-Becken wieder seine historische Ursprungsform der Einfassung mit Blumenkübeln und Rasenflächen. Die erste Sanierung erfolgte 1961, danach 1993 und zuletzt 2012. Dabei wurde eine Entkalkungsanlage und eine veränderte Wasserumwälztechnik eingebaut, um die Kalkablagerungen auf dem Bodenmosaik langfristig zu verhindern.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 334.