Stadtlexikon Darmstadt

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Dippel, Johann Conrad
Stadtarchiv Darmstadt

Theologe, Alchimist
* 10.08.1673 Burg Frankenstein
† 25.04.1734 Schloss Wittgenstein/Berleburg
Johann Conrad Dippel studierte nach dem Besuch des Darmstädter Pädagogs seit 1691 in Gießen Theologie, erlangte 1693 den Magistergrad und bemühte sich in den folgenden Jahren vergeblich um den Beginn einer akademischen Laufbahn. 1696 begann er in Straßburg mit Privatvorlesungen über Astrologie und Chiromantie, musste jedoch fliehen und veröffentlichte in Gießen unter dem Pseudonym Christianus Democritus Streitschriften gegen die lutherische Orthodoxie. Seit 1698 beschäftigte sich Dippel mit der Alchemie. Dass er auf der Burg Frankenstein alchemistische Experimente durchgeführt habe, ist wohl Legende. 1704 erfand Dippel in Berlin das so genannte „Berliner Blau“, musste die Stadt aufgrund religiöser Streitigkeiten einige Jahre danach verlassen, ließ sich 1711 als Arzt in Amsterdam nieder und ging 1714 nach Altona. Dort wurde er wegen seiner Kritik an den politischen Zuständen zu lebenslänglicher Festungshaft verurteilt, 1726 jedoch begnadigt. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Berleburg. Nach seinem Tod erschien eine Ausgabe seiner radikal-theologischen Werke (Eröffneter Weg zum Frieden mit Gott und allen Kreaturen, 3 Bde., 1747), die im 18. Jahrhundert viel gelesen wurden.

Lit.: Deutsche Biographische Enzyklopädie, hrsg. von Walter Killy und Rudolf Vierhaus, Bd. 2, S. 554.