Stadtlexikon Darmstadt

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Diesterwegschule
Diesterwegschule, kurz nach der Erbauung, Foto: Stadtarchiv Darmstadt

Die ehemalige Volksschule an der Julius-Reiber-Straße wurde 1901 bis 1903 nach einem Entwurf von Stadtbaurat Franz Frenay und Johann Kling gebaut und später nach dem Pädagogen Friedrich Adolf Wilhelm Diesterweg (1790-1866) benannt. Die Diesterwegschule war der erste Bau der heutigen Darmstädter Schulinsel und bestand aus dem späthistoristischen Schulhauptgebäude entlang der Julius-Reiber-Straße, dem im ländlichen Villenstil gebauten Schuldienerwohnhaus an der Kasinostraße und der hofseitigen Turnhalle, die stilistisch dem Hauptgebäude angepasst ist. Die übrigen Schulen der Schulinsel, die Eleonorenschule und die Justus-Liebig-Schule, kamen acht Jahre später hinzu. 1945 beschlagnahmte die amerikanische Besatzungsmacht die Diesterwegschule und nutzte sie u. a. als Amerika-Haus (John-F.-Kennedy-Haus). Erst 1950 wurde die Schule geräumt und die so genannten „Aufbauklassen“ konnten nach und nach wieder einziehen. Eine grundlegende Renovierung der Diesterwegschule wurde 1989 vorgenommen und ein Jahr später die Turnhalle unter Rücksichtnahme auf die historische Bausubstanz zu einer Aula umgebaut. Bis 2006 wurde die Diesterwegschule als Haupt- und Realschule geführt und besaß eine eigene Grundschule in dem benachbarten Klinkerbau, dem früheren Neuen Gymnasium (Ludwig-Georgs-Gymnasium). Danach wurde zunächst wegen fehlender Nachfrage die Grundschule eingestellt, 2009 wurde auch die Haupt- und Realschule geschlossen. Seither dient die Diesterwegschule den übrigen Schulen der Schulinsel als Ausweichquartier (s.a. Schulwesen).

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 187; „Denkmäler in Darmstadt. Ein Spaziergang durch das Johannesviertel“, hrsg. vom Magistrat der Stadt Darmstadt.