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Dieterich, Julius Reinhard

Archivar
* 09.07.1864 Holzhausen bei Gladenbach
† 06.03.1952 Marburg
Nach dem Besuch des Gymnasiums zu Laubach und dem Abitur im Jahre 1884 studierte Julius Reinhard Dieterich bis 1890 in Marburg Geschichte, Geografie, klassische Philologie und Kunstgeschichte; ein Studiensemester führte ihn auch nach Berlin. Im Jahr 1891 promovierte er in Marburg zum Dr. phil. Vom Eintritt in den Schuldienst sah Dieterich ab, stattdessen nahm er zunächst eine einjährige Tätigkeit als Archivar am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg auf, danach wirkte er in Berlin drei Jahre am bedeutendsten Quellenwerk zur Geschichte des Mittelalters mit („Monumenta Germaniae Historica“). Nach seiner Habilitation in Gießen (1895) hielt er als Privatdozent zwischen 1896 und 1901 Vorlesungen an der Gießener Universität.
Mitte des Jahres 1900 wechselte er aus der Hochschullaufbahn in den großherzoglich hessischen Archivdienst über und wurde zum Haus- und Staatsarchivar in DA ernannt. 1911 übertrug man ihm schließlich die Leitung des dortigen Staatsarchivs, die er bis zu seiner Ruhestandsversetzung Ende 1929 innehatte. Neben einer engagierten Verbesserung der Lagerung, Ordnung und Benutzbarkeit des in DA überlieferten Archivguts betrieb und förderte Dieterich intensiv die Landesgeschichtsforschung. Er selbst publizierte unzählige geschichtswissenschaftliche Untersuchungen und gründete bereits 1907 die Historische Kommission für das Großherzogtum Hessen. Nach dem Ende seiner Archivarstätigkeit wurde er zum ordentlichen Honorarprofessor an der Universität Gießen ernannt und hielt bis 1932 Vorlesungen. Bis 1937 wirkte er zusätzlich als Familienarchivar des Großherzoglich Hessischen Hauses. Seinen Lebensabend verbrachte er bei seiner Tochter in Marburg.

Lit.: Clemm, Ludwig: Nachruf: Julius Reinhard Dieterich. In: Der Archivar, 5. Jg., November 1952, Sp. 154-160.