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Bismarckturm

Der Turm auf dem Dommerberg wurde von 1904 bis 1908 im Auftrag der Darmstädter Studentenschaft zur Erinnerung an Otto von Bismarck errichtet. Der Regierungsbauführer Gustav Schmoll von Eisenwerth übernahm den Entwurf und Heinrich Stumpf die Bauleitung. Die Studenten folgten mit dem Bau des Denkmals dem Beispiel der meisten anderen Hochschulen im Deutschen Reich, die zu Ehren Bismarcks einen Turm errichteten und hier jährlich am 21. Juni die Sonnenwendfeier abhielten. Ursprünglich stand der massige Turm, eine basaltverkleidete Betonkonstruktion, frei und war weithin sichtbar. Er hatte eine ovale gemauerte Außenanlage mit Brüstung und vier symmetrisch verteilten Feuerbecken. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Turm seine eigentliche Bedeutung. Deshalb richtete der Deutsche Wetterdienst eine Wetterstation im Bismarckturm ein. Als die Wetterstation 1967 in die Ingenieurschule für Maschinenwesen verlegt wurde, übernahm eine amerikanische Funkstelle den Turm. 1969 wurde die Anlage, die inzwischen von hohen Bäumen umstanden war, der Bundespost zur Nutzung überlassen. Sie ließ den Bismarckturm 1973 renovieren und übernahm 2003 bei der Montage einer Messfunkanlage auf dem Plateau des Turms die Sanierung der Turmspitze. Dabei wurden die Stahlrotunde mit Flammschale auf der Aussichtsplattform und die oberste Betondecke erneuert.

Lit.: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Darmstadt. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen in Zusammenarbeit mit dem Magistrat der Stadt Darmstadt – Denkmalschutzbehörde – Braunschweig, Wiesbaden 1994, S. 489.