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Wellnitz, Hochschulbuchhandlung

Rudolf Wellnitz (09.02.1921-29.04.2006), ehemaliger U-Boot-Fahrer und Maschinenbaustudent an der TH Darmstadt, suchte nach einer Geldquelle zur Finanzierung seines Lebensunterhalts und Studiums. Zum 01.07.1949 besorgte er sich einen Gewerbeschein, baute vor der provisorischen Mensa Tische auf und begann in einer Zeit, in der es kaum Fachbücher gab, mit dem An- und Verkauf gebrauchter Lehrbücher, der sich zu einem „Technischen Antiquariat mit Spez. Hochschulbedarf“ entwickelte. Erstes Domizil war ein Kiosk am Schlossgartenplatz, der vom Bruder weitergeführt wurde. Wellnitz fand nach seinem Diplom Anstellung in einem Industriebetrieb und wurde nach einem Sportunfall entlassen, was zur Initialzündung für eine Hochschulbuchhandlung mit den Schwerpunkten Technik und Naturwissenschaften, Rechts-, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften und später EDV-Literatur und Computermedien führte. Mit der Papierhandlung Weiß mietete er einen Laden in der Lauteschlägerstraße 6 in TH-Nähe und stellte als ersten Mitarbeiter einen gelernten Buchhändler ein. 1957 erfolgte der Umzug in das neue Geschäftshaus Lauteschlägerstraße 4, 1970 die Erweiterung der Geschäftsräume und 1972 die Übernahme der Akademischen Buchhandlung in der Lauteschlägerstraße und Umwandlung zum Antiquariat „Fundgrube“. Am 01.07.1999 übergab Wellnitz die Buchhandlung an die Tochter Gabriele Drude-Wellnitz (*1952), mit ihrer Tochter Anja Drude war nun die dritte Generation aktiv. Im Jahr 2014 wurde die Buchhandlung Wellnitz nach 65 Jahren geschlossen.

Lit.: 40 Jahre Bundesrepublik Deutschland – 40 Jahre Hochschulbuchhandlung Wellnitz, 1989 (Firmeninformation); Gause, Dieter: Vom Studentenjob zum Unternehmen. Hochschulbuchhandlung Wellnitz am Kantplatz ist fünfzig Jahre alt. In: Darmstädter Echo, 01.07.1999.