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Merck, Heinrich Emanuel
Stadtarchiv Darmstadt

Apotheker, Chemiker, Unternehmer
* 15.09.1794 Darmstadt
† 14.02.1855 Darmstadt
Heinrich Emanuel Merck entstammt einer seit 1668 in DA ansässigen Apothekerfamilie. Er ist ein Enkel von Johann Heinrich Merck. Einen Teil seiner Schulzeit verbrachte er im Darmstädter Pädagog. Nach einer Lehre in der Engel-Apotheke besuchte er das chemisch-pharmazeutische Ausbildungsinstitut von Johann Bartholomäus Trommsdorff in Erfurt. Einer Tätigkeit als Apothekergehilfe folgte ein einjähriges Studium an der Berliner Universität, das er 1816 mit dem preußischen Provisor-Examen abschloss. Im gleichen Jahr kehrte er nach DA zurück, wo er nach Ablegung des hessischen Apothekerexamens die Engel-Apotheke übernahm. Bereits während seiner für jene Zeit ungewöhnlich guten Ausbildung hatte sich Merck mit Alkaloiden, einer Klasse hochwirksamer Pflanzeninhaltsstoffe, beschäftigt. 1827 stellte er mit dem „Pharmaceutisch-chemischen Novitäten-Cabinet“ eine Sammlung von Alkaloiden und Alkaloidsalzen zusammen und bot sie Apothekerkollegen, Chemikern und Ärzten an. Aus dieser über den Bedarf der eigenen Apotheke hinausgehenden Produktion „im Großen“ entwickelte sich die pharmazeutisch-chemische Fabrik Merck. 1835 wurde Merck zum Medizinal-, 1853 zum Obermedizinalrat ernannt. Er verfasste Gutachten zum Material des Darmstädter Glockenspiels, zur Einführung der Gasbeleuchtung in DA oder zum angeblich durch Selbstverbrennung verursachten Tod der Gräfin Görlitz. Auf Anregung des befreundeten Justus von Liebig war Merck zeitweise Mitherausgeber der „Annalen der Pharmacie“. Seit 1820 war er mit der Darmstädterin Magdalene Hoffmann (1797-1877) verheiratet. Sein Grabmal befindet sich auf dem Alten Friedhof in DA.

Lit.: Löw, Carl: Heinrich Emanuel Merck. Darmstadt 1951; Bernschneider-Reif, Sabine Huber, Walter Th. Possehl, Ingunn: „Was der Mensch thun kann ...“. Die Geschichte von Merck – das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt, Darmstadt 2002.