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Hess, Maschinenfabrik

Das 1925 von Valentin Hess angebotene Hess-Motorrad war eine typische Eintagsfliege der 1920er Jahre. Es dürften keine zehn Exemplare die „Maschinenfabrik Valentin Hess“ – die eigentlich nur eine mechanische Werkstatt war – in DA-Eberstadt verlassen haben. Bei diesem Motorrad handelte es sich um eine relativ schwere Maschine mit einem 4-Zylinder 4-Takt-Reihenmotor mit 779 ccm Hubraum und einer Leistung von 12 PS. Der Motor war längs eingebaut. Nur wenige andere deutsche Hersteller boten damals ähnlich große Motorräder an. Die ausschließlich in der Farbe Rot lackierte Hess-Maschine kostete 1.600 Mark. Bereits im August 1925 gingen Valentin Hess schon wieder die finanziellen Mittel aus, und der Motorradbau wurde eingestellt. Die Fertigung der Motorräder war allerdings nur ein Teilbereich der Fertigung. Hess trat auch als Zulieferer für die Hessische Automobil-Gesellschaft (HAG) auf, für die er Motorblöcke und Kurbelwellen bearbeitete. Außerdem war er der Erfinder der „Original deutschen Stahlkolben“, die in seinem Auftrag bei der HAG nach Einstellung der Autoproduktion gefertigt wurden. Über den weiteren Lebensweg von Valentin Hess ist nichts bekannt. Es wird behauptet, er sei in die USA ausgewandert.

Lit.: Mergelkuhl, Peter: Oldtimer Markt, Gold-Rausch, Heft April 2000, S. 250-251; Fahrzeugveteranenverein Dreieich e. V.: Katalog Fahrzeugbau im Rhein-Main-Gebiet, Dreieich 1997, S. 44.