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Troeger, Heinrich

Finanzminister
* 04.03.1901 Zeitz
† 28.08.1975 Bad Nauheim
Heinrich Troeger studierte an den Universitäten Breslau, Würzburg und Halle Rechts- und Staatswissenschaften. 1926 zum Bürgermeister in Neusalz an der Oder gewählt, wurde er nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten vom Amt suspendiert. Nach dem Krieg wählte man Troeger zum OB von Jena. Über eine Zwischenstation in Berlin kam er nach Hessen und war seit 1947 Ministerialdirektor im hessischen Finanzministerium. Von 1950 bis 1956 war er hessischer Finanzminister, danach Präsident der Landeszentralbank und 1958 Vizepräsident der Deutschen Bundesbank. Troeger arbeitete zu dieser Zeit als Vorsitzender an einer vom damaligen Bundeskanzler Ludwig Erhard gegründeten Kommission zur Finanzreform mit. Der kenntnisreiche und gefragte Finanzfachmann war gleichzeitig ein großer Kunstfreund, Sammler und Förderer der Künstler. Beratend stand er der von Kurt Jahn gegründeten Wiederaufbau GmbH zur Verfügung. Er war Mitbegründer des Vereins der Förderer Darmstädter Künstler, leitete die Vereinigung der Neuen Künstlerkolonie und arbeitete auch im Kunstverein tatkräftig mit. DA ehrte Troeger mit der Silbernen Verdienstplakette, und der Bundespräsident verlieh ihm das Große Bundesverdienstkreuz
mit Stern und Schulterband. Er wurde auf dem Alten Friedhof in DA beigesetzt.