Stadtlexikon Darmstadt

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Starck, Johann August Freiherr von

Oberhofprediger, Freimaurer
* 28.10.1741 Schwerin
† 03.03.1816 Darmstadt
Der Sohn des Dompredigers in Schwerin wurde nach orientalischen Studien in Göttingen 1763 zunächst als Lehrer nach St. Petersburg berufen, war dann auf Reisen, wurde 1769/70 a. o. Professor für orientalische Sprachen sowie Hofprediger im preußischen Königsberg und wechselte 1777 an das neu begründete Akademische Gymnasium im kurländischen Mitau. Sein vorrangiges Interesse galt den schon in Göttingen geknüpften Beziehungen zur Freimaurerei und zum Templerorden, in dem er bald eine führende Stellung einnahm. Hieraus erwuchs die Verbindung zu dem fürstlichen Maurer-Bund „der Sieben“, zu dem Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz und seine Darmstädter Schwäger, die Prinzen Ludwig Georg Karl und Georg Karl sowie Erbprinz Ludwig (Ludewig I.) gehörten. Letzterer setzte bei seinem Vater 1780 die Berufung des rasch zu ihrem geistigen Mentor gewordenen Starck zum Oberhofprediger in DA durch, ein Amt, das der ursprünglich für eine Professur in Gießen vorgesehene Starck dann auch nach dem Regierungsantritt des nachmaligen ersten Großherzogs beibehielt. Der Adoptivsohn Starcks, August Rinck Freiherr von Starck (1796-1875), war mehr als zwei Jahrzehnte Kreisrat und Provinzialkommissär in DA, dann Ministerialrat und Präsident des Oberkonsistoriums. Der Enkel Julius Freiherr Rinck von Starck (1825-1910) war 1876 bis 1884 hessischer Ministerpräsident.

Lit.: Krüger, Gustav: Johann August Starck und der Bund der Sieben. In: Ich dien. Festgabe zum 60. Geburtstag von Wilhelm Diehl, Darmstadt 1931, S. 237-259.