Stadtlexikon Darmstadt

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Skulpturengarten Lichtwiese
Skulpturengarten Lichtwiese: Franz Stähler, Tongefäße auf der Lichtwiese, Foto: Brigitte Kuntzsch, Darmstadt

In unmittelbarer Stadtnähe gelegen, ist das Gelände der Lichtwiese nicht nur Standort der Technischen Universität Darmstadt, sondern auch Naherholungsgebiet für die Darmstädter Bevölkerung. Auf den ersten Blick wirken die dort aufgestellten Skulpturen wie zufällige Akzente im öffentlichen Raum, weisen aber bei näherem Betrachten auf vielfältige Beziehungen zu der von Solitären bestimmten Architektur hin. Ein Skulpturenstandort lässt den Blick zumindest auf einen weiteren zu und ergibt somit ein Gesamt-Ensemble, das den Campus mit künstlerischen Akzenten strukturiert. Von den Baukörpern festgelegt ist der Bereich zwischen Mensa, Architektur- und Bauingenieurgebäude, in dem sich Wilhelm Loths Plastik „Große Frauenfigur im Rhombus“ befindet und auch weitere Kunstwerke ihren Platz haben. Im Atrium der Architektur ist das Bronzerelief „Marsyas II“ des österreichischen Künstlers Alfred Hrdlicka platziert, am nördlichen Rand des Gebäudes ist die Bronzeskulptur „Rufzeichen III“ von Fritz Koenig aufgestellt. Auf der südlich gelegenen Wiese ergänzt die Edelstahl-Skulptur „Trilux“ von Heinz Mack die Kunstwerke rund um die Architektur. Waldemar Grzimeks „Bedrohter II“ steht an der Wegverbindung zwischen Architektur und Mensa. Nach Osten hin abgegrenzt wird diese Situation durch das „Lineare Haus“ der Düsseldorfer Künstlergruppe Haus-Rucker-Co, das eine ideelle Verbindungslinie zur Stadt in Form aneinander gereihter „Ereignisse“ wie Wände, Treppen oder einen Kamin vorgibt. Thomas Duttenhöfers „Erde“ säumt den viel frequentierten Weg zwischen Bushaltestelle, Mensa und Architektur, und ein weiterer Akzent des Skulpturengartens ist Ulrich Rückriems Skulptur „Granit Bleu Vire“, die den Eingangsbereich der Materialwissenschaften dominiert. Das Bildhauersymposium, das im Sommer 1993 die Lichtwiese in ein Freiluftatelier verwandelte, hinterließ weitere Kunstobjekte wie z. B. das von Westen sichtbare, im Wäldchen an einer Lichtung gelegene „Doppeltor Darmstadt“ von John Carter, Claus Burys „Tempelbau(m)“ auf der Anhöhe hinter der Architektur oder die über eine Wiese verteilten, wie Riesenspielzeug anmutenden Tongefäße von Franz Stähler.

Lit.: Skulptur und Architektur – Ein Diskurs, hrsg. vom Präsidenten der Technischen Hochschule Darmstadt, Redaktion Sabine Gerbaulet, Brigitte Kuntzsch, Anne Linsel u. a., Darmstadt o. J. (1993); versus, Forum für Architektur 1, Zeitschrift am Fachbereich Architektur der THD, Darmstadt 1995; Skulpturengarten Lichtwiese der Technischen Universität Darmstadt, hrsg. von der Technischen Universität Darmstadt, Konzeption und Redaktion Pamela C. Scorzin, Darmstadt 2002; Denkmalschutz in Darmstadt, Heft 11, Die Technische Universität Darmstadt. Eine Baugeschichte, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Kulturamt – Denkmalschutz in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt, Darmstadt 2007, S. 71f.