Stadtlexikon Darmstadt

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Nodnagel, August

Gymnasiallehrer, Schriftsteller
* 17.05.1803 Darmstadt
† 29.01.1853 Darmstadt
Als Sohn eines großherzoglichen Baudieners und Magazinverwalters besuchte August Nodnagel ab 1815 das Gymnasium in DA. Gemeinsam mit seinem Freund Georg Gottfried Gervinus plante er eine literarische Zeitschrift und trug eigene Gedichte vor. 1822 bis 1825 studierte er in Gießen Theologie und Philologie und veröffentlichte 1822 in Offenbach das Bändchen „Gedichte“. Nachdem er sich 1828 in DA als Privatlehrer niederließ, wurde er 1832 zunächst Hilfslehrer, 1836 ordentlicher Lehrer am Ludwig-Georgs-Gymnasium. 1831 heiratete er Johannette Loos und war ab 1833 im Nebenberuf Freiprediger der ev. Stadtgemeinde. Bekannt wurde Nodnagel durch seine beiden Bücher „Deutsche Sagen, aus dem Munde deutscher Dichter und Schriftsteller gesammelt“ (1836) und „Sieben Bücher deutscher Sagen und Legenden“ (1839). Viele dieser Sagen sind von ihm selbst in Gedichtform gebracht worden. Jakob Grimm warnte ihn vor der Überschätzung moderner dichterischer Bearbeitung. Dadurch angeregt, sammelte Nodnagel später hessische Sagen wortgetreu, doch seine Sammlung „Hessenspiegel“ erschien nicht im Druck. Seine „Erläuterungen zu deutschen Dichtern der Gegenwart“ (zwei Hefte, 1842) und „Lessings Dramen und dramatische Fragmente. Zum erstenmal vollständig erläutert“ (1842) dienten dem Unterricht. Das von ihm verfasste Bühnenstück „Ritter Rodenstein, der wilde Jäger. Ein Volksmärchen in fünf Akten“ wurde im März 1843 am Hoftheater DA uraufgeführt. Seine literarischen Bestrebungen brachten Nodnagel in Kontakt mit vielen bedeutenden Zeitgenossen wie Johann Jakob Kaup, Heinrich Felsing, Eduard Duller und Wilhelm Ploennies.